tz-Besuch bei der Familie Hartl

Unser 24-Stunden-Marathon mit Drillingen

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Drei auf einen Streich: Mit Emma (2.v.l.) machen Nepomuk (l.u.), Emil und Felix die Familie Hartl komplett.
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Stefan mit seinem "Dreierpack".
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Dreifaches Mutterglück: Am 6. Februar 2014 erblickten Nepomuk, Emil und Felix das Licht der Welt. Alle drei Buben sind gesund und jeweils 2000 Gramm schwer.
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Wickeln im Schichtbetrieb: Sabine und Stefan Hartl funktionieren auch beim Windelwechsel wie ein eingespieltes Team. Eine Packung wird täglich verbraucht.
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Alles in dreifacher Ausführung: Wenn die Familie einen Ausflug machen will, macht Papa Stefan seine Jungs startklar. Die Körbe kommen dann auf den Kinderwagen.
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Voll beladen.
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Bei drei Babys fällt jede Menge Wäsche an.

München - Kürzlich sorgte eine Vierlingsgeburt im Klinikum Harlaching für Aufsehen. Die tz hat jetzt aber eine Münchner Familie gefunden, die immerhin gleich drei Babys auf einen Schlag bekommen hat: Drillinge!

Kürzlich sorgte eine Vierlingsgeburt im Klinikum Harlaching für Aufsehen. Die Eltern waren wegen der medizinischen Möglichkeiten extra aus Abu Dhabi angereist und gleich danach wieder nach Hause geflogen. Die tz hat jetzt aber eine Münchner Familie gefunden, denen ähnlich großer Kindersegen beschert worden ist: Stefan und Sabine Hartl aus Ramersdorf-Perlach fehlte ein zweiter Stammhalter nach der kleinen Emma (3) zum perfekten Familienglück. Doch aus 1 mach 4: Am 6. Februar erblickten drei kerngesunde Buben das Licht der Welt. Seither bestimmen Nepomuk, Emil und Felix das Geschehen im Hause Hartl.

„Wir arbeiten im Schichtbetrieb“, stöhnen die vierfachen Eltern. Das Leben der beiden 37-Jährigen hat sich verändert. Eine größere Wohnung musste her, ein Kleinbus wurde angeschafft. Auch ein Mega-Kinderwagen war notwendig. Windeln, Milchpulver und Waschmittel stehen täglich auf dem Einkaufszettel. „Wir sollten Zwillinge bekommen, erst später sah der Arzt, dass es doch Drillinge werden“, erinnert sich die Mutter. „Ich war ein Nervenbündel, freuen konnte ich mich erst später.“ Seit Montag haben die Drillinge einen Krippenplatz, eine ehrenamtliche Helferin packt mit an. Und als Junioren-Trainer beim FC Bayern weiß Stefan Hartl ohnehin mit Jungs umzugehen – für genügend Nachwuchskicker hat er selbst gesorgt. Die tz protokolliert einen Tag im Leben der Hartls.

2.00 Uhr

Die Nacht schützt die Kleinen vor Hunger nicht. Nepomuk, Felix und Emil werden zum ersten Mal gefüttert. Ihre Fläschchen trinken sie Dank Nackenhörnchen selbstständig. Für die beiden Eltern bleiben danach nur noch wenige Stunden Schlaf.

6.00 Uhr

Nein, Langschläfer sind sie nicht. Die drei Wonneproppen sind bereits putzmunter. Es steht die erste Wickelung an: Sabine und Stefan Hartl versorgen die Drillinge im Schichtbetrieb. Auch der nächste Hunger muss gestillt werden.

6.30 Uhr

Auch Töchterchen Emma (3) meldet sich jetzt. An ein entspanntes Frühstück ist nicht zu denken. „Mein Cappuccino ist meistens kalt“, erzählt Sabine, die schon in den Morgenstunden voll gefordert ist.

8.00 Uhr

Die neun Monate alten Buben werden in die Kinderkrippe gebracht, Schwesterchen Emma besucht den Kindergarten. Ruhe von den Kindern heißt aber nicht, dass jetzt Zeit für sich ist ...

11.00 Uhr

Denn nun muss das nachgeholt werden, was vorher zu kurz kam: Wäschewaschen, Wohnung putzen, Einkäufe erledigen. Und ein kleines Ritual: Eine ruhige Stunde gemeinsam auf der Couch.

14.30 – 18.00 Uhr

Die Rasselbande ist wieder komplett. An drei Tagen in der Woche unterstützt eine ehrenamtliche Helferin die Familie. Wieder gibt’s ein Fläschchen für die Kleinen ­- Die zweite Wickelung folgt auf dem Fuß. Sonnige Wochenendtage nutzt die Familie gerne für ausgedehnte Spaziergänge. Ein 1500 Euro teurer Kinderwagen macht’s möglich. Sowohl die Drillinge als auch deren große Schwester Emma finden auf dem Gefährt Platz. Nicht selten wird die Familie von fremden Menschen angesprochen. „Wir sind natürlich ein echter Hingucker“, schmunzeln Sabine und Stefan Hartl.

18.00 Uhr

Schlafenszeit bei Familie Hartl, aber nur für die Kinder. Mama Sabine, die gelernte Erzieherin ist, bringt die Drillinge in ihre Bettchen, Papa Stefan, ein Lehrer bei der Stadt in Elternzeit, kümmert sich um Emma. „Die Kuschelstunde lassen wir uns auf keinen Fall nehmen“, sagt Sabine, die jeden Abend für ihre Tochter eine Gute-Nacht-Geschichte parat hat. An drei Tagen unter Woche fährt Stefan Hartl zum Trainingsgelände an der Säbener Straße, wo er die D-Junioren des FC Bayern coacht. Auch an den Wochenenden ist er immer zu den Spielen unterwegs.

19.00 – 22.00 Uhr

Die Kinder sind versorgt, an Erholung ist vorerst nicht zu denken. Arbeiten im Haushalt müssen nachgeholt werden. Rund um die Uhr laufen dabei die Waschmaschinen auf Hochtouren.

22.30 – 2.00 Uhr

Wenigstens ein paar Stunden Schlaf können sich die Hartls nun gönnen. „Meine Frau geht früher ins Bett und steht früher auf. Ich bleibe länger wach, darf dann aber auch ein bisschen länger schlafen“ erklärt Stefan. Bereits um 2.00 Uhr meldet sich der erste Sprössling bereits wieder für seine Mahlzeit. Der 24-Stunden-Wahnsinn für die Hartls beginnt von vorne.

 

Johannes Heininger

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