Vorerst gibt‘s kein Geld zurück

DSDS-Stars: Mysteriöse Absage im Circus Krone

+
Selbst die DSDS-Musiker wussten offenbar nichts von der Konzertabsage. Armando Sarowny (3.v.r.) veröffentlichte noch am Samstag auf Facebook Gruppenbilder aus München.

Das für Sonntagnachmittag geplante DSDS-Konzert der elf Finalisten im Circus Krone wurde kurzfristig abgesagt. Der Veranstalter ist offenbar untergetaucht. Ob die Besucher ihr Geld zurück bekommen, ist mehr als fraglich.

Daniel K. hatte sich seit Ende April gemeinsam mit seiner Freundin auf den späten Sonntagnachmittag gefreut. „Wir haben zu Hause regelmäßig DSDS geschaut und dachten uns, Mensch, jetzt treten die Finalisten bald live in München auf. Das schauen wir uns an“, sagt der 34-jährige Software-Entwickler aus dem Münchner Umland. Es wäre eines von 19 bundesweiten DSDS-Konzerten gewesen. Seit Anfang Juni touren die elf DSDS-Finalisten.

Konzert abgesagt, kein Geld zurück

Doch dann die große Enttäuschung: Bereits Freitagmittag erreichte K. eine Nachricht per Mail: „Ihr Event wurde abgesagt. Bedauerlicherweise ist es uns nicht möglich, eine Rückabwicklung Ihres Auftrages vorzunehmen“, schrieb da der Ticketverkäufer Eventim. Um genau zu sein, waren das also drei schlechte Nachrichten: Absage, keine Erstattung, kein Alternativtermin. Zur Begründung, dass die Tickets vorerst nicht erstattet werden können, stand in der Nachricht: „Wir haben Ihnen die Eintrittskarten lediglich im Auftrag des Veranstalters, der Brown-Media, Inhaber Sebastian Modl, verkauft.“ 46,90 Euro hatte K. je Karte bezahlt. Geld, das er und die übrigen fast 2500 Zahlenden des abgesagten Circus-Krone-Konzerts vielleicht nie wieder sehen werden. „Ich habe schon gehört, dass andere Konzertbesucher bei der Polizei eine Anzeige erstatten werden“, sagt K.

Wollte man das Ganze positiv sehen, könnte man sagen, dass K. sogar Glück hatte. Denn am Sonntag, kurz vor dem offiziellen Einlass, standen etwa 100 gestrandete Besucher vor dem Circus Krone. Sie alle kamen, um die DSDS-Stars zu sehen, die sie aus dem Fernsehen kannten, und hatten im Vorfeld nichts von der Absage erfahren.

Auf dieses Bild enttäuschter Fans traf man seit dem DSDS-Tour-Start immer wieder. Denn der in der Absage-Mail erwähnte Veranstalter vor Ort, Sebastian Modl von Brown-Media, hat in München zum insgesamt fünften Mal ein DSDS-Konzert platzen lassen, neben den DSDS-Veranstaltungen in Erfurt, Löbau, Mannheim und Nürnberg. Kein einziges DSDS-Konzert, das Modl also organisieren sollte, fand statt. „Massive Vertragsverletzungen“ wirft ihm der Hauptveranstalter „Michow Concerts“ vor. So habe er sich im Vorfeld nicht um den organisatorischen Ablauf gekümmert, wie es vertraglich vereinbart worden sei – und auch die jeweilige Saalmiete einfach nicht bezahlt.

Veranstalter untergetaucht

Modl selbst ist derzeit nicht erreichbar. Auf Facebook wird schon munter spekuliert, dass er sich mit den Einnahmen in Höhe von geschätzten, einigen Hunderttausend Euro abgesetzt haben könnte. Vertragspartner „Michow Concerts“ weist jede Schuld von sich. 

H. Ince

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

MVG-Offensive: So soll der Nahverkehr besser werden
MVG-Offensive: So soll der Nahverkehr besser werden
Bus-Streik in München: Das erwartet Fahrgäste am Dienstag
Bus-Streik in München: Das erwartet Fahrgäste am Dienstag
Miriams Samen-Streit vor Gericht: Jetzt herrscht wohl Gewissheit
Miriams Samen-Streit vor Gericht: Jetzt herrscht wohl Gewissheit
Feueralarm im Kiesselbach-Tunnel: Mega-Stau auf dem Ring
Feueralarm im Kiesselbach-Tunnel: Mega-Stau auf dem Ring

Kommentare