Dr. Manuel Köhne über die Reha des Streif-Siegers

Münchner DSV-Chefarzt adelt Ski-Held Dreßen: „Herausragende Mentalität“ - Chancen für WM-Start steigen

Dreßen umarmt Köhne
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Ski-Held Thomas Dreßen mit DSV-Chefarzt Dr. Manuel Köhne, hier nach einer Knie-OP vor der Sendlinger Sana-Klinik.

Kann Deutschlands Ski-Held Thomas Dreßen bei der Ski-WM in Cortina an den Start gehen? Der leitende Mannschaftsarzt Dr. Manuel Köhne berichtet gegenüber Münchner Merkur und tz von ermutigenden Fortschritten bei der Hüft-Reha.

  • Die Fans hoffen auf einen WM-Start von Ski-Held Thomas Dreßen
  • DSV-Chefarzt Dr. Manuel Köhne sieht ermutigende Fortschritte.
  • Lob für Disziplin und Mentalität in der Reha.

Toms Hüfte hat bislang allen Belastungstests standgehalten. Die Zwischenergebnisse sind ermutigend. 

Dr. Manuel Köhne, leitender Mannschaftsarzt der deutschen alpinen Ski-Nationalmannschaft.

Fan-Hoffnungen klammern sich vor allem an Dreßen

Felix Neureuther und Viktoria Rebensburg in Rente, Linus Straßer zuletzt etwas aus der Spur – deshalb klammern sich die WM-Hoffnungen der deutschen Ski-Asse vor allem an einen Namen: Thomas Dreßen. Noch ist zwar unklar, ob der 27-jährige ehemalige Mittenwalder überhaupt in Cortina an den Start gehen kann, er kämpft sich gerade nach einer Hüft-OP zurück auf Rennniveau. Aber es gibt positive Signale aus seinem direkten Umfeld. „Toms Hüfte hat bislang allen Belastungstests standgehalten. Die Zwischenergebnisse sind ermutigend. Die Reha läuft super, die Chancen auf einen WM-Start steigen jeden Tag“, sagte Dr. Manuel Köhne der tz.

Steuerungsgruppe hilft Dreßen zurück in die Spur

Der leitende Mannschaftsarzt ist Teil einer rund zehnköpfigen Steuerungsgruppe rund um Dreßen, die dem Speed-Ass zurück in die schnellste Spur helfen soll. Der beste deutsche Skifahrer war Ende November wegen eines sogenannten Impingments – vereinfacht erklärt einer Art Einengung im Bereich von Hüftkopf und Hüftpfanne – in der Sendlinger OCM-Klinik operiert worden. Den Eingriff nahm Köhnes Kollege Professor Michael Dienst vor, der zu Deutschlands erfahrensten Spezialisten für arthroskopische Eingriffe an der Hüfte zählt. Damals schien die Ski-WM gelaufen zu sein. Doch Dreßen gilt als Reha-Weltmeister. „Tom ist sehr diszipliniert, und er hat eine herausragende mentale Stärke. Er hat die Zeit seit der Hüft-OP optimal genutzt, um seinen Körper wieder stufenweise an die Belastungsgrenze heranzuführen und alle anderen kleineren gesundheitlichen Baustellen zu beseitigen“, weiß Dr. Köhne.

Gute Erfahrungen bereits mit Reha nach Knie-OP

Bei dem Kniespezialisten lag Dreßen bereits nach seinem Kreuzbandriss 2018 unterm Messer. Schon damals hatte sich der minutiös geplante Belastungsaufbau fürs Comeback als sehr erfolgreich entuppt, nach einjähriger Verletzungspause gewann Dreßen die Abfahrt in Lake Louise. Nach dem selben Konzept arbeitet das Mediziner-Team auch diesmal. „Es ist zwar noch nicht sicher, aber wir sind zuversichtlich, dass Tom bei der Abfahrt dabei sein kann“, sagt Köhne. „Und auch einen Start im Super-G halte ich nicht für ausgeschlossen.“ Der WM-Super-G ist für nächsten Dienstag geplant, die Abfahrt für Sonntag, 14. Februar. Andreas Beez

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