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Durch den Terror einer Freundin verlor ich mein Kind

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Opfer Nicole K.: „Durch den Terror habe ich mein Kind verloren“.
Opfer Nicole K.: „Durch den Terror habe ich mein Kind verloren“.

Sie hatte sich so sehr auf ihr Kind gefreut. Nicole K. (35) hätte sich schonen müssen, hätte viel Ruhe gebraucht.

Doch die Fotografin hatte keine Ruhe. Nacht für Nacht klingelte ihr Telefon, oft zigmal hintereinander. „Meist meldete sich niemand, nur ein Schnaufen war zu hören.“ Dieser Telefonterror habe sie zunehmend psychisch schwer belastet: „Ich habe mein Kind im dritten Monat verloren“, sagt sie traurig. Erst danach habe die Polizei die Täterin ermittelt: Kerstin P. (31), war einmal eine gute Freundin von Nicole gewesen!

„Wir kennen uns schon seit den 90-er Jahren“, erzählt Nicole K. Man habe sich regelmäßig getroffen, auch gemeinsame Urlaube verbracht. „Doch dann gab es immer mehr Diebstähle im Freundeskreis.“ Man habe Kerstin immer im Verdacht gehabt, ihr aber nichts nachweisen können. Nachdem jedoch befreundeten Besitzern eine Pferdeklinik mehrere tausend Euro abhanden gekommen seien, so Nicole K., „haben wir alle gemeinsam den Kontakt zu Kerstin abgebrochen.“

Jahrelang habe sie nichts mehr von Kerstin gehört, bis sie im Frühjahr 2007 nach einem längeren Auslandsaufenthalt mit ihrem Mann wieder nach München kam. Da begannen die Terror-Anrufe. Das Opfer wusste nicht, wer diesen Terror machte. Und die Polizei habe sich zunächst geweigert, eine Fangschaltung zu legen. Einmal habe die Anruferin sogar gedroht: „Ich bringe euch um!“ Nicole K.: „Aber erst nach meiner Fehlgeburt wurden die Beamten aktiv.“

Wegen „Nachstellung“ sollte sich Kerstin P. am Dienstag vor dem Amtsgericht verantworten. Sie kam nicht: Sie sei schwanger und benötige dringend Ruhe, ließ sie kurzfristig mitteilen!

Auch Opfer Nicole K. ist wieder schwanger: „Ich erwarte im März Zwillinge.“ Der Prozess wird erst danach stattfinden können.

Eberhard Unfried

Quelle: tz

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