Bahn-Gipfel in der Staatskanzlei am Dienstag

Durchbruch: Die zweite S-Bahn-Stammstrecke kommt

Schluss mit den Verzögerungen und Dauerstaus? Die zweite Münchner S-Bahn-Stammstrecke steht vor dem Durchbruch. Erfolg oder Milliardengrab?

Dem Neubau einer zweiten Stammstrecke für die Münchner S-Bahn steht offenbar nichts mehr im Wege. Auf einem Bahn-Gipfel in der Münchner Staatskanzlei soll nach Informationen des "Münchner Merkur" (Dienstagsausgabe) am Dienstagnachmittag grünes Licht gegeben werden. Teilnehmen sollen neben Ministerpräsident Horst Seehofer und Bahnchef Rüdiger Grube auch Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt sowie der bayerische Verkehrsminister Joachim Herrmann. Am Vormittag befasst sich bereits das bayerische Kabinett mit dem Thema. Bisher wurde der Gipfel vertraulich behandelt, es soll erst kurz vorher öffentlich eingeladen werden.

Das sagt Horst Seehofer unserer Zeitungsredaktion

"Ich möchte, dass wir die Stammstrecke starten. Das ist das mit Abstand wichtigste Nahverkehrsprojekt", sagte Seehofer der Zeitungsredaktion des Merkur. "Das ist entscheidungsreif." Die Strecke sei sehr notwendig. Dem Vernehmen nach haben sich Bund und Freistaat in mehreren Gesprächen auf die Finanzierung geeinigt. Das Projekt wird demnach um mehrere Millionen Euro teurer als zuletzt geplant. Die Stadt München muss sich lediglich mit den bislang bereits zugesagten 113 Millionen Euro aus dem Flughafen-Darlehen beteiligen. Oberbürgermeister Dieter Reiter sei am Wochenende informiert worden, hieß es im Rathaus.

Seehofer stimmte die Steuerzahler allerdings auf deutliche Kostensteigerungen ein - nach Informationen des Münchner Merkur in dreistelliger Millionenhöhe. Seehofer begründete das mit der Zeitverzögerung. Baubeginn soll nun in den ersten Monaten des Jahres 2017 sein, geplant ist ein großes Bürgerfest in München.

Zweite Stammstrecke: Erster Blick in neuen S-Bahn-Tunnel

Zweite Stammstrecke, München, S-Bahn
Der Blick von Osten auf die geplante Trasse: Die zweite S-Bahn-Röhre (rot) zweigt ab Leuchtenbergring aus der ersten ab (grün). Es folgen Stopps an Ostbahnhof, Marienplatz und Hauptbahnhof – nicht am Stachus! Ab Donnersbergerbrücke fädelt die zweite Stammstrecke ein. In Laim gibt es einen gemeinsamen Halt. © Stoiber Productions
Zweite Stammstrecke, München, S-Bahn
Nächster Halt, Ostbahnhof! Unter dem Orleansplatz fädelt die zweite S-Bahn-Stammstrecke in die erste ein. Die Sperrengeschosse wirken unspektakulär wie die bekannten bei U- und S-Bahn. Die Tiefe der zweiten Röhre ist mit 35 Metern die geringste im ganzen Verlauf. © Stoiber Productions
Zweite Stammstrecke, München, S-Bahn
Im Zentrum wird die zweite Stammstrecke nicht unter dem Marienplatz, sondern unter dem Marienhof durchführen – und zwar eine Etage tiefer als bislang die U-Bahnen. © Stoiber Productions
Zweite Stammstrecke, München, S-Bahn
Für den Bahnhof sehen die Planer große, gelbe X-Stützen vor, die sich vom oberen zum unteren Zwischengeschoss fortsetzen. Der S-Bahnhof liegt dann in 38 Metern Tiefe. © Stoiber Productions
Zweite Stammstrecke, München, S-Bahn
41 Meter unter dem neuen Hauptbahnhof soll der S-Bahn-Halt der zweiten Stammstrecke liegen. Die Simulation zeigt, dass Passagiere aus der neuen Haupthalle fünf Rolltreppen hinunter oder hinauf fahren müssen. Zudem soll es Express-Aufzüge geben. Probleme gibt es mit der Planung der Rolltreppen zu U4/5. © Stoiber Productions

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) bestätigte den nahenden Finanzierungsvertrag ebenfalls. „Ich freue mich sehr, insbesondere für die Münchnerinnen und Münchner und die Pendler aus den Umlandgemeinden, dass jetzt die Weichen für ein zukunftsfähiges und zuverlässiges S-Bahnsystem im Großraum München gestellt werden“, sagte er der Redaktion der Zeitung. „Das ist, neben dem Projekt zweiter Konzertsaal, das zweite große Vorhaben, das nach jahrzehntelanger Diskussion nun realisiert werden wird."

Rubriklistenbild: © Sigi Jantz

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