Bob Dylan & Mark Knopfler: Die Konzertkritik

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Bob Dylan (Archivfoto)

München - Bob Dylan und Mark Knopfler, zusammen resche 132 Jahre alt, haben einen wunderbar unaufgeregten musikalischen Altherren-Schwof veranstaltet.

Mark Knopfler (Archivfoto)

Wenn Superstar Mark Knopfler die Vorband ist – was folgt dann als Hauptattraktion des Abends? Der Herrgott persönlich? Beim Legenden-Doppelpack in der Olympiahalle war’s beinahe so: Nach Gitarrenflüsterer Knopfler schlappte vor 11 500 Fans Bob Dylan, Literaturnobelpreisträger im Wartestand, auf die Bühne. Die beiden Recken, zusammen resche 132 ­Jahre alt, veranstalteten einen wunderbar unaufgeregten musikalischen Altherren-Schwof – und was gibt’s Schöneres als Bob-Musik?

Zunächst trabte Mark Knopfler, der Haarwuchs und Rockstar-Ambitionen längst hinter sich gelassen hat, mit seinen Solo-Songs zwischen Americana und Iren-Folk durch die Prärie. Die tiefenentspannten Stücke geben dem Gitarren-Goldschmied viel Raum für sein großartiges Kunsthandwerk, der Fan staunt, schwärmt – und wünscht sich nur bisweilen, dass ­etwas Aufregendes und Unerwartetes passieren möge, Tunnel Of Love zum Beispiel oder Down To The Waterline. Am Ende tut Knopfler seinen Bewunderern den Gefallen, spendet ihnen Brothers In Arms sowie So Far Away, und alles ist gut, sehr gut sogar.

Nach Knopfler kommt Knopfler – dann allerdings im Schlepptau von His Bobness. Denn die ersten Songs spielt der Swing-Sultan mit in der Band des ­alten Knurrhahns. Gleich als zweites Stück bellt Bob It Ain’t Me, Babe, beinahe erkennt man es, und jagt ein windschiefes Things Have Changed hinterher, bedient dazu gar die E-Gitarre. Hach, wie herrlich er krächzt – wobei, man muss es mögen.

Dylan klingt ­rostig, wirkt aber rüstig, und sein wie immer skurriler Auftritt bietet die ­Spannung, die Knopfler ein wenig fehlte. Er lebe hoch, der Großpoet, der Bertolt Krächz aus Minnesota!

Jörg Heinrich

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