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Ebbe an der Münchner Eisbachwelle: Darum fehlt von den Surfern derzeit jede Spur

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Von: Nadja Hoffmann

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Tote Hose: An der Eisbachwelle ist surfen derzeit nicht möglich. Das Wasser ist abgesenkt.
Tote Hose: An der Eisbachwelle ist surfen derzeit nicht möglich. Das Wasser ist abgesenkt. © Marcus Schlaf

An der Eisbachwelle im Englischen Garten ist nichts los, dafür toben sich Bagger in der Isar aus. Derzeit findet wieder die Bachauskehr in München statt. Was es damit auf sich hat.

München - Wer derzeit durch den herbstlichen Englischen Garten spaziert, dürfte sich am Haus der Kunst wundern: Wo sonst Surfer bei Wind und Wetter auf der tosenden Eisbachwelle reiten, ist es derzeit mehr als ruhig. Der Bach führt kaum Wasser und von den verwegenen Surfern fehlt jede Spur. Ebbe am Eisbach? Ja - und das mit Ansage. Derzeit erfolgt nämlich die sogenannte Bachauskehr im Gewässersystem Fabrikbach und Englischer Garten sowie an der großen Isar. Drei Wochen lang - noch bis Ende des Monats - wird in München aufgeräumt und heuer auch ausgebaggert.

Geschiebe-Management: Der Kies in der Isar wird derzeit ausgebaggert.
Geschiebe-Management: Der Kies in der Isar wird derzeit ausgebaggert. © Schlaf

Deshalb sind an der Corneliusbrücke und am Wehr gegenüber der Lukaskirche auch zwei Bagger im Einsatz. Zum einen entsteht dort aus dem Isarkies ein Damm, zum anderen wird das Geschiebe umgebettet - „aus Gründen des vorsorglichen Hochwasserschutzes“, wie es von Seiten der Stadt heißt. Diese senkt regelmäßig im Frühjahr und Herbst die städtischen Gewässer auf eine ökologisch vertretbare Menge ab. Die Isarfischer sind dann mit über 100 Vereinsmitgliedern im Einsatz, um die Fische zu bergen und umzusetzen.

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München: „Belastet Tierwelt und Wasserqualität“ - Wann die kühnen Surfer zurückkehren

Ein großer Aufwand, der aber auch großen Nutzen hat. Die Liste der Arbeiten, die während der Bachauskehr anstehen, ist lang. So werden zum Beispiel die Bachbetten von Unrat und Sedimenten befreit. „Was sich am Grund ablagert oder ungehindert wuchert, belastet die Tierwelt und die Wasserqualität“, erklärt die Stadt. Bei abgesenktem Wasser ist es zudem möglich, die Gewässer zu begehen, die Böschungen und Bauwerke zu untersuchen und notwendige Reparaturen gleich zu erledigen. „Dies ist notwendig, weil durch mitgerissenes Treibgut Schäden an den Böschungen, Dämmen und Brücken entstehen können.“
Am 28. Oktober kehrt das Wasser zurück - und mit ihm sicher auch die kühnen Surfer.

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