Eckart von Hirschhausen im ausverkauften Krone: Die Show-Kritik

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Eckart von Hirschhausen

München - Privat verkichert oder gesetzlich verkichert? An diesem Abend im Circus Krone war es egal – Eckart von Hirschhausen, der Arzt, dem die Kabarettfans vertrauen, behandelt alle Zuschauer gleich liebevoll.

Im Programm Liebesbeweise traut sich Hirschhausen mit seinen Lach- und Fachgeschichten aus dem Wartezimmer ins Schlafzimmer, durchleuchtet menschliche Beziehungen und stellt fest: „Das Thema Liebe ist so unerschöpflich wie ein Teller Brühe für den, der nur eine Gabel hat.“

Für solche Bonmots liebt man Hirschhausen, oder auch nicht. Und die große Frage im ausverkauften Saal war: Kann man ihn noch ­sehen, den omnipräsenten Fernsehdoc? Antwort: Ja, man kann! Wenn der Medicus erklärt, warum frisch Verliebte sich nicht erkälten („Es kann nur eines überlaufen, das Herz oder die Nase“) macht das immer noch Spaß, und man lernt dabei.

Kleine brancheninterne Gehässigkeiten („Kein Arzt von Verstand lässt sich am Knie operieren“) hört man ohnehin immer gern. Warum Hirschhausen jetzt auch noch singt, als eine Art Max Raabe auf Krankenschein, ist dagegen schwer zu diagnostizieren. Und beim einen oder anderen Kalauer hätte Enterprise-Hausarzt „Pille“ McCoy zweifellos resigniert festgestellt: „Er ist tot, Jim!“ Doch für altersweisen Schabernack à la „Für mich ist eine Frau gut im Bett, wenn sie nicht die Decke klaut“ lohnt sich die Praxisgebühr allemal.

Jörg Heinrich

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