Gerhard Gleinser

Edel-Gastronom sagt gegen diesen Einbrecher aus

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Dimitar M. (38) räumte vier Münchner Wohnungen aus – darunter die von Foto: RAK

München - Die ausgehobelten Fenster. Die durchwühlte Wohnung. Der offene Safe. Noch heute sitzt Gerhard Gleinser (51) der Schrecken im Genick, wenn er an den 13. August 2013 zurückdenkt.

Ein Dieb brach damals in die Wohnung des Wirtes vom Bogenhauser Hof ein und machte fette Beute. Dem Täter sah er am Dienstag erstmals ins Gesicht: Als Zeuge sagte Gleinser gegen Dimitar M. (38) aus, dem am Landgericht der Prozess gemacht wird.

„Ich war mit meiner Frau und meiner Tochter Essen“, sagt der Edel-Gastronom. „Gegen 20.30 Uhr kamen wir nach Hause zurück. Da wusste ich gleich, es stimmt etwas nicht.“ Denn unten im Gastraum sieht er bereits, dass durch die Fenster jemand eingedrungen sein muss. „Die Rahmen waren völlig verzogen“, erinnert sich Gleinser. „Ich bin dann gleich hoch in den zweiten Stock gegangen, um nach dem Rechten zu sehen.“

Gerhard Gleinser.

Im Dachgeschoss des fast 200 Jahre alten, denkmalgeschützten Hauses an der Ismaninger Straße wohnt der Wirt mit seiner Familie – und ist geschockt bei dem Anblick, der sich ihm bietet. „Ich habe gesehen, dass die Wohnungstür von Fremden geöffnet wurde“, sagt er – trotz Zahlenschloss. Auch innen hinterlässt der Einbrecher eine Spur der Verwüstung, durchwühlt alle Räume nach wertvollem Diebesgut. Am Ende wird Dimitar M. fündig: 5000 Euro Bargeld, Papiere, Schmuck, Bankkarten, ein Laptop, ein Sparbuch und Geldbeutel. Dazu nimmt er auch die teure und geliebte Uhrensammlung des Wirts mit. „Der Verlust ist eigentlich unbezahlbar“, sagt Gleinser. In Summe belief sich sein Schaden „auf rund 60 000 Euro“, sagt er.

Der Bgenhausener Hof.

Erst Dienstag kommt aber heraus, mit welcher Gewalt Dimitar M. zu Werke ging. „Im Büro hat er den Safe aus der Betonwand geholt und mit einem Brecheisen aufgehebelt.“ Kaum zu glauben, dass der Einbrecher die 300 Kilogramm allein gehoben hat. Aber Komplizen konnte die Staatsanwaltschaft nicht ermitteln. „Ich bereue die Tat zutiefst“, sagte Dimitar M. und entschuldigte sich persönlich bei Gleinser. Der Bulgare gestand auch drei weitere Einbrüche in München und muss wohl jahrelang hinter Gitter.

Gleinser hilft das wenig. Er denkt noch heute an die Tat. „Jedes Mal, wenn ich nach Hause komme, habe ich ein schlechtes Gefühl. Es dauert lang, bis man so etwas überwunden hat.“ Im Bogenhauser Hof führte er die Geschäfte nur zwei Tage nach dem Einbruch wie gewohnt weiter. „Mittlerweile sind wir aber doppelt gegen Einbrecher abgesichert.“

Andreas Thieme

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