Münchens Schokoladenseiten - eine tz-Serie von Simone Herzner

Edle Sorten aus aller Welt

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Ansprechend: Das Geschäft Chokoin ist wie eine Galerie gestaltet.

Die tz präsentiert eine Auswahl der schönsten Schoko-Geschäfte der Stadt.

Schokolade. Allein das Wort zergeht vielen Fans der zartschmelzenden Süßigkeit auf der Zunge. Ob als Tafel, Praline oder Dessert: Schokolade ist wirklich die süßeste Versu­chung, seit es sie gibt.

Und sie ist vielfältiger denn je: Die drei klassischen Sorten Vollmilch, Zartbitter und Weiß mit diversen Füllun­gen waren gestern. Heute sind exoti­sche, mit Chili, Ingwer oder rosa Pfeffer gewürzte Schokoladen in aller Munde. Natürlich nur aus feinstem Edelkakao unter genauen Angaben des Kakaoge­halts (bis 99 Prozent!), der Sorte und des Herkunftslandes … Edle Schokolade findet immer mehr Liebhaber – und die­se finden immer mehr Auswahl in den Geschäften.

Ein süßer Trend, dem die tz in einer eigenen Serie nach­geht. Wir haben uns auf die Suche gemacht nach den bes­ten Pralinen und den schönsten Chocolaterien der Stadt und alles zum Thema Schokolade für Sie zusammengetragen. Es folgen Geschichten mit Genuss­garantie. Aber Vorsicht, liebe Leser, akute Suchtgefahr!

Heute: Eine (unvollständige) Auswahl der schönsten Schoko-Läden mit den besten Schokoladen aus aller Welt:

Chokoin: Der Designer-Laden

Chokoin ist das Neueste, was München in Sachen Schokolade zu bieten hat. Anfang Oktober hat das Desi­gner-Modell unter den hiesi­gen Schoko-Geschäften in der Schwabinger Nordendstraße 52 eröffnet. Die Einrichtung im schnörkellosen Weiß lenkt den Blick auf das Wesentliche: edle Schokoladen aus der gan­zen Welt, dezent begleitet von klassischer Musik und einge­rahmt von einer Galerie aus sinnlichen Schwarz-Weiß-Fotografien. Darauf glückliche Menschen beim Schokolade naschen.

Inhaberin Kerstin Weise ist der Stolz auf ihre schicke Schoko-Boutique auf sym­pathische Art an­zumerken. Als ehe­malige Stewardess haben sie ihre Rei­sen durch die Welt zur schokoladigen Geschäftsidee ins­piriert. „In den Ho­tels lagen oft kleine Schoko-Betthupferl auf den Kopfkissen. So habe ich zwischen guten und weniger guten Schokoladen unterscheiden ge­lernt.“ Die Scho­koladen-Liebha­berin hat die bes­ten Chocolatiers der internationalen Metropolen be­sucht – und in München ihren Schoko-Traum wahr gemacht. In ihrem Chokoin vereint sie alle erlesenen Sorten.

„Für mich spielt neben der Qualität die Verpackung ei­ne große Rolle“, sagt Kerstin Weise. Will heißen: Ihre Schokoladen sind das ide­ale Ge­schenk, so hübsch, wie sie aussehen. Ein ech­tes Schmuckstück (und in keinem anderen Laden gesichtet) sind zum Beispiel die Tafeln mit den glit­zernden Pin-up-Girls des New Yorker Chocolatiers Marie Belle. Mit 12,50 Euro pro 100-Gramm-Tafel ist die Rarität allerdings nicht ganz billig.

Originell sind auch die Schoko­laden-Zigarren aus Italien in den Geschmacksrichtungen Orange, Nougat und Praliné (100 Gramm 7,25 Euro) oder die Prali­nen aus dem belgischen Hause Galler: jede für sich ein Kunst­werk und mit verschiedenen Salzen und Blumenessenzen aromatisiert (19,95 Euro).

Wofür auch immer sich der geneigte Kunde entscheidet: Einmal hereinspaziert, spürt er sogleich die süchtigmachende Wir­kung von Chokoin – der Name soll auch ein biss­chen darauf anspielen: Man mag gar nicht mehr gehen. Muss man auch nicht: Auf dem purpurroten Sofa im Louis-XV-Stil lässt sich herr­lich ein XXL-Glas heiße Schokolade genießen (4,95 Euro). Welche Sorte darf es sein? Vollmilch, Dunkel, Weiß, Chili, Ingwer-Orange, Erdbeer-Champagne oder Balsamico-Karamell? Schlürfen und sich fühlen wie der König von Frankreich...

Seltene Pralinen: Stolberg Schokoladen

Wenn andere noch über Vor- und Hauptspeise nachdenken, plane ich schon das Dessert“, gibt Nicolas Graf zu Stolberg-Stolberg freimütig zu.

Die Leidenschaft für Schokolade war schon immer ein fester Teil im Leben des Grafen. „Noch vor fünf, sechs Jahren gab es in München kaum Auswahl. Das hat sich zum Glück geändert“, sagt Stolberg, der seinen Laden im Oktober 2005 in der Ledererstraße 10 eröffnet hat.

Neben internationalen Schokoladen, passenden Weinen, Kaffee und Tee gibt es bei Stolberg Pralinen aus der Münchner Confiserie Opaque, die sonst nur das Münchner Sterne-Restaurant Terrine anbietet. Und die schmecken unglaublich gut! Die Favoriten von tz-Redakteurin Simone Herzner: die Rosen-Trüffel mit kandierten Rosenblättern und die Praline aus reinem Olivenöl statt Butter und Sahne – herrlich leicht, ein bisher ungekanntes Geschmackserlebnis!

Ivana Stork, Mitinhaberin von Opaque, schwärmt besonders von der Karamell-Praline. „Das Karamell stellt mein Geschäftspartner, Confiseur Thomas Schmid, selbst her. Wenn er welches macht, reißen sich alle darum, die Schüssel auszukratzen!“ In die Opaque-Pralinen kommen selbstredend nur die besten Zutaten und edelsten „Grand Cru“-Schokolade. Das hat seinen Preis: 100 Gramm kosten ab 9,90 Euro.

Grand Cru Schokolade? In Anlehnung an besonders hochwertige Weine nennt man so auch sehr, sehr gute Schokolade. Wer mehr darüber wissen – und vor allem schmecken –möchte: Am 30. April gibt es im Hotel Prinzregent ein Degustations-Menü. Das Vier-Gänge-Menü mit Schokolade und fachkundigen Erklärungen von Nicolas Stolberg kostet 52 Euro pro Person, Reservierung unter Tel. 089/ 945 39 518.

Geheimtipp: Franz – Kontor für Schokolade

Halt, nicht vorbeigehen! Von außen ist der winzige Schoko-Laden von Kerstin Franz in der Brunnstraße 5 leicht zu übersehen.

Dabei gleicht der Besuch im 25 Quadratmeter kleinen Geschäft einer Reise in die große weite Welt der Schokolade. Auf den überbordenden Regalen drängeln sich Spezialitäten von über 60 internationalen Chocolatiers, die Pralinenvitrine verführt mit französischer Eleganz zu einem Streifzug zwischen Schichtnougat und Trüffel „Kir Royal“, der funkelnde Kronleuchter und die schokoladenbraun-golden gestreiften Tapeten verströmen Wiener Kaffeehaus-Flair.

Natürlich sind auch die rassigen Spanier, die vornehmen Briten und die kühlen Skandinavier mit dem Besten vertreten, was sie Schokoladen-Liebhabern zu bieten haben. Der dunkel und hell marmorierte Edel-Schoko-Brotaufstrich im nostalgischen Einweckglas (275 Gramm, 13,90 Euro), wahlweise auch in der puristischen, mattsilbernen Tube (150 Gramm, 8,90 Euro, s. Foto) bezieht Kerstin Franz zum Beispiel von der dänischen Edelmarke Summerbird. „Das Marzipan von Summerbird müssen Sie erst probieren! In ganz Europa gibt es kein besseres“, schwärmt die ehemalige Marketingleiterin, die mit ihrem Kontor für Schokolade aus der Business-Welt ausgestiegen und in die sinnliche Schoko-Welt eingetaucht ist.

Mit allen Sinnen genießen dürfen auch Kerstin Franz’ Kunden: Verkosten ist in diesem kleinen Paradies Ehrensache. „So geht selbst ein gestresster Geschäftsmann mit einem Lächeln wieder raus“, sagt Kerstin Franz.

Schokolade macht eben glücklich – auch auf Bestellung: Unter www.kontor-fuer-schokolade.de gibt es das ganze Sortiment im Online-Shop. Der Tipp von Inhaberin Franz: Die Schokolade von La Molina mit toscanischen Gewürzen. „Ein Traum!“

Hier ist München noch schokoladig:

Bei unserem Schokoladen-Streifzug durch München sind uns noch viel mehr verführerische Geschäfte aufgefallen.

Hier die Namen und Adressen:

Sama-Sama, Westenriederstraße 21: Hier gibt’ die unglaublichsten selbstgemachten Pralinen aus Nougat und Früchten.

Chocolate & More, Westenriederstraße 15: Riesige Schokoladenauswahl, Schokobrunnen-Verleih, Lauenstein-Pralinen.

Schuhbeck’s Schokoladen, Pfisterstraße 9: Beste Qualität – der Name verpflichtet!

Stancsics, Prannerstraße 5: Selbstgemachte Pralinen und edle Schoko-Präsente.

Elly Seidl, Maffeistraße 1, Am Kosttor 2, Dilsberger Straße 1 a: Münchens traditionsreiche Pralinen aus eigener Herstellung.

Götterspeise, Jahnstraße 30: Chocolaterie und schönes Café.

Becks Cocoa, Kazmairstr. 24: 20 Sorten Trink-Kakao.

Mäser-Luksch, Theatinerstr. 32: Ein Traum in Törtchen!

Quelle: tz

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