„Jetzt bist du bei Mami“

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Eduard Zimmermann wurde am Freitag auf dem Münchner Nordfriehof beigesetzt.

München - Er war ein eisiger Wintertag, der 4. Februar 1929 – der Tag, an dem TV-Legende Eduard Zimmermann geboren wurde. Seine Mutter war an jenem Tag auf dem Nordfriedhof, als ihre Wehen plötzlich einsetzten.

Stunden später kam ihr Sohn auf die Welt. Am Freitag schloss sich der Kreis – mehr als 80 Jahre später. Auf dem Nordfriedhof fand Eduard Zimmermann seine letzte Ruhe. An der Seite seiner verstorbenen Ehefrau Rosmarie. „Tschüss Papa, jetzt bist du bei der Mami“, sagte seine Tochter Sabine am offenen Grab mit leiser Stimme. Dann warf sie eine weiße Rose auf den Sarg.

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Der Tag der Beerdigung von Eduard Zimmermann war ein sonniger, ein freundlicher Herbstag. Rund 70 Trauergäste waren zum Nordfriedhof gekommen. Familienangehörige, Arbeitskollegen, Weggefährten, Freunde. Sie alle nahmen Abschied vom Erfinder der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“, von einem Kämpfer für Gerechtigkeit. In der Trauerfeier in der Aussegnungshalle sprach Pfarrer Engelbert von der Lippe über Eduard Zimmermann als einen „barocken Bayer durch und durch“. Der eine harte Jugend hatte, mit 16 Jahren in den Krieg ziehen musste und fünf Jahre in Gefangenschaft war.

An Tochter Sabine richtete der Pfarrer tröstende Worte: „Das Leben Ihres Vaters ist nicht zu Ende, es ist vollendet.“ Der ehemalige stellvertretende ZDF-Programmdirektor Hans Janke sprach von Eduard Zimmermann als einem Mann, der „immer bestens vorbereitet war “. Prof. Dr. Reinhard Böttcher, Bundesvorstand des Opferhilfevereins „Weisser Ring“, würdigte den Verstorbenen mit den Worten: „Der Name Eduard Zimmermann wird immer mit der Unterstützung von Kriminalitätsopfern verbunden sein.“

Er habe mit Gründung des „Weissen Rings“ im Jahr 1976 einen Meilenstein in der deutschen Rechtsgeschichte gesetzt. In einer Zeit, in der so gut wie kein öffentliches Bewusstsein für Opferbelange zu erkennen war, erinnerte er die Gesellschaft an ihre Verantwortung gegenüber den Opfern von Kriminalität“ Auch Rudi Cerne hat am Freitag von Eduard Zimmermann Abschied genommen. „Ich habe ihm viel zu verdanken. Ich habe sein Erbe als Aktenzeichen XY...ungelöst-Moderator angetreten, was ein neues Kapitel in meinem Leben bedeutete.“

Nach der halbstündigen Trauerfeier schoben Friedhofsmitarbeiter den mit Sonnenblumen geschmückten Sarg zur Grabstätte. „Ich bin dankbar, dass es so schnell gegangen ist, dass mein Vater nicht hat lange leiden müssen“, sagte Sabine Zimmermann. „Er hat uns wieder mal ausgetrickst. Hat sich hingelegt und ist eingeschlafen. Um 10.43 Uhr ließen die Friedhofsmitarbeiter den Holzsarg in das offene Grab. Eduard Zimmermann ist nun wieder mit seiner Ehefrau Rosmarie vereint, die Anfang 2008 gestorben war. Und er findet an jenem Ort seine letzte Ruhe, an dem er vor mehr als 80 Jahren fast geboren wurde.

Jacob Mell

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