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Egal, wie der Volksentscheid ausgeht: Wiesn bleibt verraucht

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Der Chef des Kreisverwaltungsreferats sagte der tz: „Ein Volksentscheid dürfte für die Wiesn 2010 keine Wirkung mehr entfalten.“
Der Chef des Kreisverwaltungsreferats sagte der tz: „Ein Volksentscheid dürfte für die Wiesn 2010 keine Wirkung mehr entfalten.“ © Jantz

München - Die Wiesn ist die Wiesn ist die Wiesn: Da können die Nichtraucher womöglich ein Rauchverbot ohne Ausnahmen durchsetzen, wie sie wollen. Im Wiesn-Zelt wird 2010 weiter gequalmt.

Die Wiesn ist die Wiesn ist die Wiesn: Da können 1,3 Millionen Nichtraucher in Bayern ein Volksbegehren durchboxen, einen Volksentscheid erzwingen und dann womöglich ein Rauchverbot ohne Ausnahmen durchsetzen – im Zelt wird weiter gequalmt, zumindest bei der Jubiläums-Wiesn 2010! Davon träumen nicht nur die Wirte, davon geht der oberste Ordnungshüter der Stadt aus – Wilfried Blume-Beyerle. Der Chef des Kreisverwaltungsreferats sagte der tz: „Ein Volksentscheid dürfte für die Wiesn 2010 keine Wirkung mehr entfalten.“

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Ein Zelt-Rauchverbot sei nur mit abgetrenntem Raucherbereich außerhalb möglich, glaubt Blume-Beyerle. Schließlich können die Wirte die Leute nicht einfach raus schicken, weil die Zelte oft wegen Überfüllung dicht sind. Für „Raucher-Ghettos“ ist es jetzt aber zu spät.

Die Wirte müssen ihre Baupläne für 2010 noch im Dezember vorlegen, im April stimmt der Stadtrat darüber ab, im Juli beginnt der Aufbau. Womöglich steht das Verbot da erst zur Abstimmung (siehe unten).

Soll es „Raucher-Ghettos“ geben, müssten die Wirte sie freiwillig schon jetzt planen. „Das kommt gar nicht in Frage“, sagt zum Beispiel Löwenbrau-Wirt Wiggerl Hagn. Er werde zwar keinen Tabakverkauf zulassen, keine Aschenbecher aufstellen und die Bedienungen anweisen, auf ein Verbot hinzuweisen – es aber nicht ahnden. „Wir werden die Raucher nicht verprügeln.“ Das müssten schon andere erledigen. Der Ordnungshüter Blume-Beyerle will nicht derjenige sein. Auch er hält ein Verbot für nicht durchsetzbar – zumindest im Zelt. Kontrolleure oder Polizei drohten sich lächerlich zu machen, wenn sie pro Zigarette fünf Euro kassieren. Vom Aggressionspotential der Betrunkenen ganz abgesehen.

Darum fordert der KVR-Chef, die Raucherbereiche später zur Auflage zu machen. Als Veranstalter, Bau- und Brandbehörde könnte die Stadt so die „Ghettos“ leicht erzwingen – nach 2010. Den Wirten sagt er: „Nur ein Rauchverbotsschild aufzhängen, wird nicht reichen.“

DAC

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