EHEC: Betriebe stellen sich auf Angst der Verbraucher ein

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Bayerische Produkte und gründliche Hygiene genießen in der Münchner Salatbar BLATTSalate höchste Priorität.

München - Auch in München geht die Angst vor den gefährlichen EHEC-Keimen um. Wie Bauern, Wirte, Standlleut’ und ihre Kunden reagieren:

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Gurken, Tomaten, Salat: Nicht nur im Supermarkt schauen Kunden derzeit zweimal hin, woher das Gemüse kommt. Auch in Münchens Gastroszene müssen Bedienungen täglich Fragen unsicherer Gäste beantworten – und ziehen daraus unterschiedliche Konsequenzen: Während etwa die Bäckerei-Kette Müller-Brot Gurken und Tomaten vorsorglich bis auf Weiteres belegte Semmeln weglässt, verzichtet die Sandwich-Kette Subway lediglich auf Gemüse aus Spanien.

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Anders Dennis Jaenicke: Der Inhaber der Salatbar BLATTSalate in der Schäfflerstraße am Dom, geht in die Offensive: Mit einem Infozettel an der Eingangsstür klärt er seine Kunden auf und bürgt für seine Produkte – mit Erfolg: „Bislang ist die Krise fast spurlos an uns vorübergegangen, die Kunden vertrauen uns“, sagt Jae­nicke zur tz und verspricht: „Unser Gemüse stammt aus regionalem Anbau, und sorgfältiger als wir kann man den Salat gar nicht waschen“.

Transparenz und Vorsicht genießen auch in vielen Münchner Kantinen momentan absolute Priorität: „Bis die Fehlerquelle nicht eindeutig festgestellt und ausgeschaltet ist, haben wir Salate komplett aus dem Sortiment genommen“, sagt Sprecherin Ruth Fislage vom Caterer Apetito zur tz. Das Unternehmen beliefert viele Kindergärten, Schulen, Kliniken und Altenheime in der Landeshauptstadt. Auch beim Chiphersteller Infineon stehen statt Gurkensalat momentan mehr gegartes Gemüse und Antipasti auf dem Speiseplan. „Wir achten aber darauf, dass die Vita­minversorgung weiterhin hoch ist“, sagt Michaela Mehls vom Kantinenservice Dussmann. Die Mitarbeiter seien zudem nochmals für die strengen Hygienerichtlinien sensibilisiert worden.

Ob Uni-Mensa, Löwenbräu­keller oder Rathauskantine: Die meisten Münchner Großküchen nehmen die Gesundheitsgefahr zwar ernst, vertrauen aber alle auf ihre bayerischen Zulieferer. „Wir haben keine Produkte aus Spanien am Salatbüffet, aber ansonsten bieten wir weiter Tomaten und Gurken an“, sagt etwa Alfons Schneider, Betreiber der Kantine im Münchner Rathaus. „Die Leute würden dieses Gemüse vermissen. Ich überlasse es dem Kunden selbst, ob er sich davon was auf den Teller legt.“

Ähnlich sieht dies auch Jürgen Koch vom Café Atlas. „Ab und zu bitten uns Gäste, die Gurken und Tomaten wegzulassen, das tun wir dann natürlich auch“, berichtet der Geschäftsführer. „Wir haben die Herkunft unserer Gurken gecheckt, wir waschen sie ordentlich, aber man muss jetzt abwarten, woher der Erreger kommt.“ Panik, so sind sich so gut wie alle Chefs der Münchner Gastrobetriebe einig, ist fehl am Platz.

Iris Spiegelberger

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