EHEC: So geht es den kranken Münchnern

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Eine Krankenschwester am Eingang der Isolationsstation im Klinikum Schwabing: Die Lage der EHEC-infizierten Patientinnen bleibt ernst

München - Die Verunsicherung hält an, aber den beiden Münchner Patientinnen geht es zumindest nicht schlechter. Am Wochenende hat sich die Seuchen-Situation in Stadt und Freistaat stabilisiert.

Über das Wochenende kamen etliche Münchner in die Notaufnahmen der Städtischen Kliniken und befürchteten eine Infektion mit dem Darm-Bakterium EHEC. In keinem Fall bestätigte sich bislang der Verdacht – auch nicht bei der lebensgefährlichen Nierenkrankheit HUS.

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„Wir haben keine neuen EHEC- und HUS-Kranke“, sagt Kliniksprecher Marten Scheibel. Auch den beiden Münchner Patientinnen geht es zumindest nicht schlechter. Am Wochenende hat sich die Seuchen-Situation in Stadt und Freistaat stabilisiert.

Seit Donnerstag liegt eine 30-Jährige im Klinikum Schwabing, die sich bei einer Hamburg-Reise an einer Gurkenscheibe im Sandwich infizierte. Ihr ging es am Wochenende sogar deutlich besser. Darum musste sie doch nicht an die Dialyse. Infektiologie-Chefarzt Prof. Clemens Wendtner hatte das am Freitag noch in der tz angekündigt. Dann entschlossen sich die Ärzte, noch die Nacht zum Samstag abzuwarten. „Da hat sich ihr Zustand verbessert“, sagt der Kliniksprecher.

Seit Freitag ist die Erkrankung einer 47-Jährigen aus dem Münchner Osten bekannt, die im Klinikum Harlaching liegt. Auch sie muss nicht an die Dialyse. Beide Patientinnen werden aber weiter mit der so genannten Plasmapherese behandelt, bei der dem Blut das Flüssige, das Blutplasma, entzogen und durch solches aus Blutspenden ersetzt wird. Das soll das Gift der EHEC-Bakterien aus den Adern waschen sowie die durch das Gift zerstörten Blutkörperchen. „Die Patientinnen schweben nicht in Lebensgefahr“, sagt Kliniksprecher Scheibel. „Ihre Lage ist ernst, aber stabil.“

Auch im Rest des Freistaats verschlimmerte sich die Lage nicht. Zumindest bis Samstagabend meldete das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit keine neuen Infektionen. Demnach verzeichen die Behörden in Bayern weiter acht Fälle der Nierenkrankheit HUS, drei Kranke mit Verdacht auf HUS und weitere 15 Infizierte mit dem EHEC-Erreger. Ob die Epidemie wirklich gestoppt ist oder ob die stabile Seuchen-Situation ihre Ursache darin hat, dass am Wochenende die Gesundheitsämter geschlossen waren und deswegen keine neuen Fälle melden konnten, wird sich am Montag zeigen.

David Costanzo

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