Täter bestreitet Vorwürfe

Raubmord an Rentnerin: "Ich war das nicht"

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Marc K. (51) soll der Täter sein. Er steht seit wegen Mordes vor Gericht. Die Spurensicherung konnte ihm aber keine DNA nachweisen.

München - Ein früherer Pflegehelfer hat am Dienstag vor dem Münchner Schwurgericht den Raubmord an einer Rentnerin bestritten. Mehr wollte er zum Vorwurf der Staatsanwaltschaft nicht sagen.

Sie lebte zurückgezogen in der Au. Trotzdem galt Anna Sondermaier († 91) als offene und vertrauensselige Seniorin. Seit Jahren schauten Pflegedienstmitarbeiter regelmäßig bei ihr vorbei und kümmerten sich um die betagte Dame. Den Umgang war sie gewöhnt. Auch Marc K. (51) kannte sie seit rund zwei Jahren und soll ihn am 21. Juli 2014 bereitwillig in ihre Wohnung gelassen haben. Nur kurz darauf lag die Seniorin aber tot am Boden. Zwei Messerstiche im Genick. Der Hals mit einem Gürtel stranguliert. Ein Mord, der München schockierte.

Das geschmückte Grab von Anna Sondermaier († 91) am Ostfriedhof (l.). Die Seniorin wurde am 21. Juli 2014 in ihrer Wohnung in der Dollmannstraße erstochen und erdrosselt. Nach dem Mord ermitteln Beamte der Kriminalpolizei der Tatort in der Au.

Am Dienstag begann am Landgericht der Prozess gegen den ehemaligen Pfleger Marc K. Ihn belastet die Staatsanwaltschaft schwer und wirft ihm vor, dass er Anna Sondermaier ausrauben wollte. Laut Anklage klingelte er zwischen 11.58 Uhr und 15.12 Uhr in der Dollmannstraße, um sich nach Geld und Schmuck umzusehen. Unter einem Vorwand soll er die Seniorin um Einlass gebeten haben, die gutmütige Frau schöpfte keinen Verdacht. Erst als Marc K. ihr Schlafzimmer durchwühlte, wurde sie stutzig und stellte ihn zur Rede.

Laut Anklage fühlte er sich ertappt, bekam Panik und stach der Seniorin deshalb mit einem Taschenmesser zweimal in Hals und Nacken. Anna Sondermaier brach zusammen, lebte aber noch. Da soll Marc K. einen braunen Stoffgürtel genommen und ihr um den Hals gelegt haben. Laut Anklage zog er an den Enden und erdrosselte die Seniorin, bis sie leblos liegen blieb. Danach flüchtete er ohne Beute. Staatsanwältin Melanie Lichte: „Sie wollten die Geschädigte um jeden Preis töten.“

Der Eingang zur Tatwohnung.

Marc K. sitzt ganz ruhig auf der Anklagebank, als er diese Vorwürfe hört. Über seinen Verteidiger Walter Lechner bestreitet er die Tat – und schweigt dazu eisern. Nur zu seiner Person äußert sich der mutmaßliche Mörder. Die Details sind schnell erzählt: 32 Vorstrafen, meist wegen Diebstahls. Nie einen Beruf gelernt. Geschieden, 30.000 Euro Schulden. So geriet K. schnell ins Visier der Fahnder. Denn Anfang Juni und Mitte Juli 2014 hatte er bereits drei Senioren beraubt – diese Fälle gestand er gestern vor Gericht.

Im Fall Sondermaier ist seine Schuld nicht so einfach zu beweisen. Zwar fanden Ermittler DNA-Spuren am Tatort, konnten sie Marc K. aber nicht eindeutig zuweisen. Zeugen für die Tat gibt es nicht. Mit Spannung wird deshalb der Auftritt eines Sachverständigers erwartet, der am 12. Oktober die Spuren am Tatort bewerten wird. Blut wurde dort nie gefunden, ebensowenig wie das Messer.

So scheint der Mord noch lange nicht aufgeklärt. Bisher belasten Marc K. nur Indizien – aber das ist zu wenig für eine Verurteilung. Neun weitere Verhandlungstage sind bis zum Urteil am 27. Oktober angesetzt.

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