Ehemaliges SWM-Werk

Heizt hier bald die Kultur ein?

+
Mathias Arifin (l.) und Constantin Mascher vor dem ehemaligen Heizwerk.

München - Neue kulturelle Impulse setzen? Oder doch besser was gegen die Wohnungsnot tun? Oder geht sogar beides gleichzeitig? Die Stadtwerke (SWM) planen, darauf im März eine Antwort zu geben.

Sie wollen das alte Heizwerk an der Katharina-von-Bora-Straße in absehbarer Zeit in ein Areal mit Werkswohnungen verwandeln. Bevor es so weit ist, soll der 2006 stillgelegte Industriebau zu einem Kulturtempel werden – als feine Zwischenlösung. Ob das tatsächlich klappt, ist aber noch nicht sicher – die Planungen laufen.

Die Stadtwerke hatten bereits im vergangenen Jahr mehrere Kulturschaffende mit Gastro-Hintergrund kontaktiert. Das 71-Seiten-Konzept von Katrin Simonis, Mathias Arifin, Constantin Mascher und Mark Maurer überzeugte die SWM-Verantwortlichen am meisten. Das Quartett bekam die mündliche Zusage für eine Zwischennutzung von etwa drei Jahren Dauer – das Projekt KUNST[statt]WERK war geboren. Es soll ein Café, eine große Ausstellungsfläche und eine Konzert- und Theaterbühne mit Barbetrieb auf insgesamt über 400 Quadratmetern unter einem Dach vereinen.

Sowohl bei den Stadtwerken als auch beim Planungsreferat stößt das Vorhaben prinzipiell auf Gegenliebe. Nachdem es jedoch an weitere Gremien weitergeleitet wurde, geriet das Projekt doch wieder ins Stocken.

Jetzt versuchen die Macher, Aufklärungsarbeit zu leisten. Sie haben bereits Kontakt zu Stadtratsmitgliedern, zum Kommunalreferat sowie zum Bezirksausschuss aufgenommen. Auch Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) hat die Unterlagen schon auf dem Tisch. Er kündigte an, noch in dieser Woche auf die Antragsteller zuzukommen. Und: Er versprach, dass vor diesem Gesprächstermin keine endgültige Entscheidung fallen werde.

FDP-Stadtrat Michael Mattar hofft auf eine schnelle Genehmigung: „Die Ideen für Theater, Atelier, Musik und Gastronomie würden das Kunstareal für die kommenden Jahre in hervorragender Weise beleben.“

Dazu kommt: Vor dem Wohnungsbau steht grundsätzlich ein langwieriger Prozess. Aus Sicht der Projektentwickler spricht das für ihre Pläne. Maurer: „Die Zwischennutzung und der geplante Wohnbau blockieren sich überhaupt nicht. Im Gegenteil: Der von den Stadtwerken schon in Auftrag gegebene, sowieso nötige Rückbau ist auch ein erster Schritt hin zum späteren Wohnungsbau“, sagt Mark Maurer. Und Kollege Arifin fügt hinzu: „Unser Projekt bietet einen Mehrwert für die freie Kunst- und Kulturszene der Stadt.“

Wenn sich die Beteiligten in den nächsten Wochen einigen, könnte das Projekt KUNST[statt]WERK schon im Herbst 2013 an den Start gehen. Und dann heizt die Kultur ein …

 A. Wulkow

Auch interessant

Meistgelesen

S-Bahn: Verkehrslage auf der S7 normalisiert sich
S-Bahn: Verkehrslage auf der S7 normalisiert sich
Flohmärkte in München: Hier finden Sie alle Orte und Termine
Flohmärkte in München: Hier finden Sie alle Orte und Termine
Hier ist es in München sicherer geworden - und hier nicht
Hier ist es in München sicherer geworden - und hier nicht

Kommentare