„Schaden von mehreren Tausend Euro“

Ehepaar hat Ärger wegen falscher Flug-Buchung: Urlaub startet mit Chaos

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Hatte Reise-Frust: das ­Ehepaar ­Zwitanowitsch.

Brigitte Zwitanowitsch und ihr Mann buchten über das Portal Expedia ihren Flug nach Griechenland - doch das lief so richtig schief. Der angebotene Schadensersatz war dem Paar zu gering. Die tz mischte sich ein.

Brigitte Zwitanowitsch (64) aus München schrieb an unsere Redaktion: „Für meinen Mann und mich habe ich über Expedia einen Flug nach Griechenland und ein Hotel sowie ein Mietauto gebucht. Das war nicht unsere erste Buchung über Expedia und bisher waren wir immer zufrieden. Diesmal lief aber alles schief.

Beim Einchecken stellte sich nämlich heraus, dass für meinen Mann kein Flug gebucht war. Nun begann eine Odyssee von Expedia-Mitarbeitern über Mitarbeiter der Fluggesellschaft wieder zurück zu Expedia-Mitarbeitern, die damit endete, dass wir uns um einen anderen Flug bemühen sollten und die ursprüngliche Fluggesellschaft die Mehrkosten übernimmt. Aber auch das klappte nur teilweise, weil alle Flüge tagsüber ausgebucht waren. Wir flogen also in der Nacht. Das alles war nicht nur sehr ärgerlich, es entstand uns auch ein finanzieller Schaden von mehreren Tausend Euro. Nun kämpfen wir um Schadenersatz, aber was uns angeboten wird, ist viel zu wenig. Bitte helfen Sie uns!“

Verständnisvolle Pressestelle

Wir setzten uns mit Expedia in Verbindung und stießen auf eine verständnisvolle Pressestelle, die sich bemühte, den Fall zu klären. Trotzdem wurden wir mit Mails folgenden Inhalts vertröstet: „Die Recherche zu diesem Fall dauert noch an, aber wir versichern Ihnen, dass Expedia stets bemüht ist, sämtliche Maßnahmen zu treffen, um eine optimale Kundenzufriedenheit zu erreichen.“ Damit gaben wir uns natürlich nicht zufrieden und intervenierten weiter, bis von Expedia die erlösende Nachricht kam: „Es tut uns leid, dass Frau und Herrn Zwitanowitsch solche Probleme entstanden sind und sie ihren Urlaub nicht antreten konnten ... Den konkreten Fall konnten wir inzwischen zur Zufriedenheit des Kunden lösen.“

Wir fragten auch die Reiseexpertin der Verbraucherzentrale Brandenburg, Sabine Fischer-Volk, wie sich der Verbraucher in solchen Fällen schützen kann. Sie empfiehlt, genau zu dokumentieren, was geschehen ist, und geht davon aus, dass auf alle Fälle eine angemessene Entschädigung bezahlt werden muss. „Unter Umständen könnten sogar entgangene Urlaubsfreuden nach Paragraf 651 f des Bürgerlichen Gesetzbuches geltend gemacht werden.“

Neues Reiserecht seit dem 1. Juli

In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu wissen, dass ab dem 1. Juli ein neues Reiserecht gilt.

Bis zum 1. Juli gibt es zwei Kategorien von Reisebuchungen: die gut abgesicherte Pauschalreise und die weniger gut abgesicherte, selbst zusammengestellte Einzelreise. Nun kommt ab diesem Datum eine dritte Kategorie dazu: die „verbundene Reiseleistung“. Bei ihr bietet ein Vermittler, also entweder ein Reisebüro oder ein Internetportal, dem Kunden mindestens zwei Leistungen am selben Tag für dieselbe Reise gegen zwei Rechnungen an. Damit dem Verbraucher klar ist, welche Art von Reise er gebucht hat, muss der Vermittler darüber auf einem eigenen Formblatt informieren.

Handelt es sich um die neue Form der „verbundenen Reiseleistung“, wird aus dem Vermittler teilweise ein Veranstalter und damit hat der Kunde mehr Rechte.

Allerdings hat das neue Reiserecht auch Nachteile. So ist das Mieten von Ferienwohnungen und Ferienhäusern nicht mehr so gut abgesichert wie bisher. Künftig kann es passieren, dass jemand bei einem deutschen Vermittler eine spanische Ferienwohnung bucht, im Zweifelsfall aber spanisches Mietrecht gilt.

Außerdem war es bisher möglich, von einem Reisevertrag zurückzutreten, wenn sich nach Vertrags­abschluss der Preis um mehr als fünf Prozent erhöhte. Künftig kann man nur noch zurücktreten, wenn der Preis sich um acht Prozent oder mehr ­erhöht.

Es sind also nicht nur Vorteile, die das neue Reiserecht bringt. Aber unterm Strich überwiegen die positiven ­Seiten.

tz

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