Ehepaar gibt 3.500 Euro zurück

Ehrliche Finder: Ihr verdienter Lohn

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Helden des Alltags: Hans und Doris Schadel haben eine Geldbörse mit 3.500 Euro Bargeld in der S1 zum Flughafen gefunden – und gaben sie zurück

München - Ein 61-Jähriger hat in der S-Bahn einen Geldbeutel mit 3.500 Euro Bargeld gefunden. Er gab ihn am Flughafen ab und flog in Urlaub. Die Belohnung: Bald darf er wieder in den Süden fliegen ...

"Ach, das hätte doch jeder gemacht. Ich hab keine Sekunde überlegt. Mir war gleich klar: Das Geld gebe ich dem Fundbüro“, sagt Hans Schadel (61). Stolz hält der Schwabe seine Frau Doris (58) im Arm. Mit Sonnenbrille und leicht gebräunt lächelt er verliebt aus dem Urlaub. Mei, schaun die beiden nett aus – und sie sind es auch. 3.500 Euro fand das Ehepaar aus Laupheim in der Münchner S-Bahn, bar in einer Geldbörse. Drei Wochen später freut sich der türkische Geschäftsmann Hakan Kaymakci (38): Sein Geld ist wieder da! Und er hat eine dicke Überraschung für die ehrlichen Finder…

Die ganze Geschichte: „Wir wollten von München aus nach Zypern fliegen und vorher noch unseren Sohn in Unterschleißheim besuchen“, sagt Hans Schadel. In der S1 Richtung Flughafen greift der Hauptschullehrer am 19. November gegen 12.30 Uhr an seine Gesäßtasche, um seine Geldbörse herauszuholen – da spürt er hinter sich im Sitz plötzlich eine zweite. „Wir saßen auf den Klappsitzen, die Koffer standen vor uns. Ich hatte gleich vermutet: Die Geldbörse ist einem Reisenden beim Aufstehen aus der Hose gerutscht und im Sitz hängen geblieben.“

Hans Schadel sucht noch am Flughafen nach dem Fundbüro. „Da war es nur noch eine Stunde, bis der Flieger ging“, erzählt er. Das Problem: Flughafeninfo, Bahnschalter – niemand fühlt sich zuständig. Erst zwei Bundespolizisten helfen.

Zurück aus dem Urlaub, erkundigt sich Hans Schadel nach dem Fund. Und erfährt: Die türkische Botschaft wurde inzwischen informiert, nicht aber der Finder, obwohl sein Name in den Dokumenten steht. Inzwischen sind drei Wochen verstrichen. „Das fand ich schon schwach von den Behörden“, sagt Schadel – und nimmt die Sache selbst in die Hand.

Hakan Kaymakci (38)

Von der Münchner Bahnzentrale erhält er die Nummer und ruft direkt bei Kaynakci an. „Ich war überglücklich und dachte, ich sehe die Geldbörse nie wieder. Darin war Firmengeld und wichtige Scheckkarten“, sagt der Türke. Das Geld gehört seinem Arbeitgeber Rixos – einer Hotellkette, die sogar Luxushäuser in Dubai hat. „Dort darf der ehrliche Finder jetzt eine Woche Gratis-Urlaub machen“, verspricht Kaynakci. „Ich danke ihm herzlich.“

Andreas Thieme

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