Entgleisung eines Linke-Stadtrats

"Ein-Euro-Job ist Zwangsarbeit"

Es kommt selten vor, dass sich die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) zu Vorgängen im Rathaus äußert.

Am Mittwoch aber empörte sich Charlotte Knobloch über „die Entgleisung“ des Linken-Stadtrats Orhan Akman, der die Ein-Euro-Jobverhältnisse bei der Stadt im Plenum als „Zwangsarbeit“ bezeichnet hatte: Wer solche Vergleiche anstelle, so Knobloch, „verharmlost die Verbrechen der Nationalsozialisten. Ich werfe dem Stadtrat der Linkspartei nicht nur mangelndes Geschichtsbewusstsein, sondern auch fehlende Sensibilität im Umgang mit den Opfern des Nationalsozialismus vor. Ich erwarte mir von Herrn Akman, dass er den unsäglichen Vergleich unverzüglich zurücknimmt. Es muss endlich Schluss sein mit den Nazi-Vergleichen.“

Das hatte schon CSU-Stadtrat Marian Offman gefordert: „Sonst kann man nur noch verzweifeln.“ Akman nahm nichts zurück, dafür brachte Dagmar Henn, ebenfalls Linke, den Begriff „Leibeigene“ ins Spiel, die von der Stadt ausgebeutet würden.

Ein-Euro-Jobs seien ein bewährtes Qualifizierungsprogramm der Stadt, versuchte SPD-Fraktionschef Alexander Reissl die „Voodoo-Ökonomie“ Akmans zurechtzurücken. „Sie haben wahrscheinlich einen Vortrag von Lafontaine abgelesen.“ Auch Grüne und CSU fanden die Vergleiche haarsträubend und betonten den Sinn des Projekts: Leute an Arbeit heranzuführen, die keine Chance auf dem Arbeitsmarkt haben.

bw.

Quelle: tz

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