Weltraum-Teleskop findet auf Planeten außerhalb unseres Sonnensystems Erdgas

„Ein großer Schritt zur Entdeckung von Leben“

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Der Planet ist viel kleiner als sein Stern: Auf HD 189733b gibt es Methan! Das zeigten Forscher in Garching.

München - Ein kleiner Schritt für die Wissenschaft, aber ein großer Schritt für die Menschheit: Erstmals haben Forscher Erdgas auf einem Planeten ganz weit draußen im All nachgewiesen.

Sie fanden den lebenswichtigen Stoff außerhalb unseres Sonnensystems – mit Hilfe des Weltraumteleskops Hubble. „Das ist ein sehr großer Schritt hin zur Entdeckung von Leben“, sagte Lars Lindberg Christensen vom europäischen Hubble-Zentrum in Garching der tz. Wir kommen also bei der Suche einer zweiten Erde voran!

Die Astronomen fanden Methan – den Hauptbestandteil von Erdgas. Damit entdeckten sie sogar die erste organische Verbindung überhaupt auf einem Exoplaneten. Das sind Planeten, die genau wie die Erde um die Sonne auch um einen Stern kreisen – aber eben außerhalb unseres Sonnensystems. Konkret handelt es sich hier um den Planeten mit dem Namen HD 189733b, der um seinen Stern HD 189733 kreist. Das spielt sich in 63 Lichtjahren Entfernung im Sternbild Füchschen ab – schlappe 600 Billionen Kilometer von der Erde! Und da gibt es Methan: Aber wo kommt es her? Wozu ist es gut? Darüber gibt es nur Vermutungen.

Methan entsteht zum Beispiel durch Bakterien bei der Zersetzung organischer Stoffe. Das Methan in unserer Atmosphäre geht zum größten Teil auf die Haltung von Rindern zurück – das Gas entsteht bei der Verdauung. Gibt es also Leben auf dem Planeten?

Klare Antwort: „Auf dem Exoplaneten gibt es sicher keine Kühe“, witzelt Christensen vom Hubble-Zentrum. Denn im Schnitt hat es dort rund 900 Grad Celsius. „Die Atmosphäre des Planeten ist selbst für die zähesten Lebensformen viel zu heiß – wenigstens für die Art von Leben, die wir von der Erde kennen“, schreibt die Wissenschaftlerin Giovanna Tinetti vom University College London im britischen Forscher-Fachblatt Nature.

Spannender ist darum die Frage: Was kann aus dem Methan werden? Unter den richtigen Bedingungen könne es eine Schlüsselrolle bei der Entstehung von Leben spielen, schreiben die Forscher. Aus Methan und anderen Grundstoffen in der Atmosphäre können Aminosäuren werden – die Bausteine allen Lebens! Meteoriten lieferten dabei möglicherweise die entscheidende Starthilfe für die Erde – zuletzt entdeckten Forscher nämlich die höchsten jemals gemessenen Konzentrationen von Aminosäuren in zwei Meteoriten in der Antarktis. Allerdings wäre dieser Exoplanet auch für diesen Vorgang natürlich viel zu heiß.

Sicher aber ist: Es gibt Methan auf Planeten außerhalb unseres Sonnensystems und die Menschheit kann das nachweisen. Die Technik dazu liefern die Forscher in Garching. „Wir sind sehr stolz“, sagt Christensen. „Das war harte Arbeit.“

Die Menschheit kommt voran: Wir wissen zwar noch nicht, wo wir nach Leben suchen müssen, aber wir haben das richtige Fernglas dazu. Und blicken Tag und Nacht nach draußen.

Quelle: tz

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