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Ein Traum in Törtchen

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Ralf Mäser und seine traumhaften Törtchen.
Ralf Mäser und seine traumhaften Törtchen. © Michael Westermann

Sie sehen traumhaft aus, die Törtchen der Confiserie Mäser-Luksch: kugelrund sind sie und dick mit dunkelglänzender Schokolade überzogen.

Auf jedem kleinen Kunstwerk thront eine filigrane Zierde aus Schokolade, Baiser oder frischen Früchten. Und wie sie erst schmecken! Andächtig sticht die Kuchengabel in den Törtchentraum, führt den ersten Bissen zum Mund, in dem feinstes Mousse au Chocolat, Bayrisch Creme oder Fruchtpüree auf der Zunge zergehen …

Etwa 20 verschiedene Sorten stellen Ralf Mäser (39) und seine Frau Sonja Mäser-Luksch (37) in ihrer Konditorei am Bahnhofsplatz in Gauting her. Seit 13 Jahren üben die beiden mehrfach ausgezeichneten Meister-Konditoren hier ihr Handwerk aus – Ralf Mäser war mit 20 Jahren jüngster Konditormeister Deutschlands, hat schon bei Sprüngli in der Schweiz und in Nizza gearbeitet. Seit fünf Jahren betreibt er mit seiner Frau außerdem ein kleines Geschäft mit Stehcafé in der Theatinerstraße 32.

Die Auswahl der Törtchen (3,90 bis 5,50 Euro das Stück) reicht von Mohnmousse mit Cassiskern über Sinfonie mit Schokoladenmousse und Nussbaisertropfen bis zu Black Forest (eine Interpretation von Schwarzwälder Kirsch) mit weißer Mousse au Chocolat, Kirschwasser und echter Vanille. Alles reine Handarbeit, mit frischen Zutaten, ohne Konservierungsstoffe – und auf Wunsch sogar nach Hause lieferbar!

„Call a Törtchen“ heißt der exklusive Lieferservice des Hauses. Unter www.maeser-luksch.de kann der süße Gourmet einen Bestellschein herunterladen. Der Mindestbestellwert liegt bei vier Törtchen, die Lieferpauschale beträgt im Stadtgebiet 10 Euro, im Münchner Landkreis 25 Euro. Ab 50 Törtchen ist die Lieferung gratis. Lieferzeiten sind von Montag bis Sonntag zwischen 9 und 14 Uhr.

Die Törtchen sind ein Hingucker, aber noch lange nicht alles, was Mäser-Luksch zu bieten hat. Ausgefallen sind auch die Nummern-Pralinen von „0“ (Cassis-Trüffel) bis „10“, ein Grand-Cru-Trüffel von der hauseigenen Maelu-Schokolade. Letzere gibt es auch als Tafel – 100 Gramm kosten exklusive 6,95 Euro, genau so viel wie die Pralinen. „Maelu ist unsere eigene Schokolade, die gibt es nur bei uns!“, sagt Ralf Mäser. Das Paar Mäser-Luksch hat die edle 70-Prozentige gemeinsam mit Meister-Chocolatière Angelika Schwalber kreiert und weltweit patentieren lassen.

„Wir verwenden eine Mischung aus Kakaobohnen aus St. Dominigue, Madagaskar, Sao Tome und Ghana. Die Bohnen werden nach Paris geliefert, wo sie nach unserem Münchner Rezept weiterverarbeitet werden.“ Daheim in Gauting wird die Hausmarke dann zur Praline veredelt, kommt als Mousse ins Törtchen oder wird in Tafeln gegossen. Letztere sind zu erkennen an der roten Rippe oben rechts – noch so ein Clou der kreativen Konditoren.

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Der Schoko-Bildhauer - Gerhard Skrowanek schnitzt Skulpturen aus dem braunem Gold

Gerhard Skrowanek (41) ist nicht nur Konditor, er ist ein Künstler. Genauer: ein Schokoladenkünstler. Schon über 300 Skulpturen aus Schokolade hat der Münchner geschnitzt. Jawohl, aus Schokolade – erkennbar schon am süßen Duft, den die Kunstwerke verströmen. Damit die Schoki fest genug zum Modellieren ist, wird sie mit Puderzucker und Gelantine angereichert. Nach 24 Stunden ist sie hart genug, dann fallen Schoko-Späne. Kein Witz: Skrowanek bearbeitet die Rohlinge mit Holzwerkzeug aus dem Baumarkt. „Essen könnte man die Skulpturen trotzdem, sie schmecken wegen des Zuckers nur ein bisschen süßer als normale Schokolade.“

Zum Essen sind sie aber viel zu schade. Die filigrane Dame aus weißer Schokolade zum Beispiel (Foto re.). In ihr stecken viele Tage Arbeit – Gerhard Skrowanek hat mit der Büste sogar einen Preis bei einem Konditorenwettbewerb in Italien gewonnen. Dort hat er die Schoko-Kunst erlernt. „Ich war Chef-Patissier in großen Hotels. Für Buffets haben wir oft solche Skulptuen gemacht.“ Am Ende des Abends waren die Kunstwerke immer völlig zerstört. „Das hat mir richtig weh getan, dass die Gäste so achtlos damit umgegangen sind.“ Darum schmeißt der künstlerische Konditor Ende 2006 hin und geht zurück nach München. Hier arbeitet der Schoko-Bildhauer freiberuflich für Feinkost Käfer – und entwirft in seiner Schokoladen-Werkstatt neben eigenen Pralinen auch neue Skulpturen. „Wenn sie kühl und trocken in der Wohnung stehen, halten sie sich mehrere Jahre“, sagt Skrowanek. Wegen des hohen Arbeitsaufwands sind die Figuren nicht billig: Das Kännchen kostet etwa 35 Euro. Eine Skulptur wie die Punkerin gibt’s ab 250 Euro. Der Künstler arbeitet auch auf Bestellung, unter Tel. 0174/ 639 70 15 ist er zu erreichen.

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Quelle: tz

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