Familie aus Oberschleißheim saß am Flughafen fest

Ein Urlaubsbeginn mit 27,5 Stunden Verspätung

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Wegen eines technischen Defekts an ihrem LTU-Airbus mussten die Passagiere, darunter der 44-jährige Max A., das Flugzeug verlassen.

Schwimmen in der San Carlos Bay, Sonnenbaden mit Blick auf den Golf von Mexiko – am Mittwochfrüh freute sich die Familie A. aus Oberschleißheim noch bestens gelaunt auf ihren ersten Urlaub in Florida.

Sie checkte pünktlich um 9 Uhr am Münchner Flughafen ein, die Maschine (LTU-Flug LT 1926 nach Fort Myers) rollte planmäßig um 12 Uhr Richtung Startbahn – und blieb einfach stehen. Die gute Laune der Urlauber schlug erst in Verwunderung und dann in Ärger um. Der Florida-Flug sollte sich für die Familie A. und die meisten der 185 Passagiere um fast 28 Stunden verzögern.

„Die Klimaanlage ist kaputt“ heißt es zuerst gegenüber den Passagieren. „Technischer Defekt“ lautet die offizielle Begründung. Max (44), Angelika (45) sowie Tochter Nina A. (18) tragen es zunächst mit Fassung. „Sicherheit geht vor“, sagt der Papa – erst recht, wenn ein Flugzeugunglück wie das von Madrid erst wenig Tage zurückliegt. Techniker checken die Maschine gründlich durch, dann fällt die Entscheidung: Der Airbus A 330 wird ausgetauscht.

Doch bis das Ersatzflugzeug da ist, dauert es. Die Passagiere werden erst auf einen späteren Zeitpunkt am gleichen Tag vertröstet, dann für die Nacht ins Kempinski-Hotel am Flughafen verfrachtet. „Am Abend haben wir dann erfahren, dass der Flug um 6 Uhr früh gehen soll“, sagt Max A. Als es beim Check-In um 4 Uhr heißt, dass die Maschine immer noch nicht startbereit sei, werden die Passagiere allmählich nervös. „Da fliege ich nicht mit“, sagen einige, auch Angelika A. ist genervt, hat keine Lust mehr auf das Chaos, fühlte sich unsicher. „Das Schlimmste war, dass wir nicht informiert wurden“, ärgert sich Max A.. Stattdessen werden die Urlauber mit Sechs(!)-Euro-Gutscheinen abgespeist. Viele Mitreisende sind gereizt, manche beschimpfen das Bodenpersonal. „Aber die“, sagt A., „können ja auch nichts dafür.“Wie es zu dem Durcheinander kam, weiß Nikolaus Nowak, Sprecher von LTU-Besitzer Air Berlin, nicht. Waren es besonders aufmerksame Vorsichtsmaßnahmen nach dem Zwischenfall am Münchner Airport, bei dem am Sonntag das Fahrwerk einer Air-Dolomiti-Propellermaschine brannte? Nein, sagt Nowak: „Das war ein normaler Vorgang.“

Gestern Nachmittag um 15.30 Uhr rollte Flug LT 1926 erneut Richtung Startbahn und hob ab – nach mehr als 30 Stunden am Münchner Flughafen war die Familie A. endlich auf dem Weg in den Sommerurlaub nach Florida. Hätte es wieder nicht geklappt, wäre Plan B zum Einsatz gekommen. „Wir wären da geblieben und in den Bayerischen Wald gefahren.“

Quelle: tz

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