Bande und Komplizin aus Finanzamt vor Gericht

Hat sie Einbrechern die noblen Adressen verraten?

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Links. Vor dem Gerichtssal verdeckt Daniela M. ihr Gesicht Rechts: Die mutmaßlichen Einbrecher auf der Anklagebank: Sie sollen in 204 Häuser in München und Ingolstadt eingestiegen sein – und 2,4 Millionen Euro erbeutet haben.

München - Zehn Jahre lang stieg eine Panzerknacker-Bande in München und Ingolstadt in feine Häuser und Villen ein. Ebenfalls vor Gericht: eine mutmaßliche Komplizin aus dem Finanzamt.

Eine Beute im Wert von 2,4 Millionen Euro aus 204 Einbrüchen: Zehn Jahre war eine Panzerknacker-Bande in München und Ingolstadt unterwegs, um in feine Häuser und Villen einzusteigen. Sie stahlen Bargeld, Uhren und Schmuck – und räumten die Tresore leer. Diese Verbrechen wären aber nach Meinung der Staatsanwaltschaft niemals möglich gewesen, wenn die Täter nicht gewusst hätten, wo es viel zu holen gibt!

Hier beginnt die Geschichte von Daniela M. (34): Sie war jahrelang im Finanzamt Ingolstadt angestellt und kümmerte sich um die Datenerfassung. Genau diese Position soll sie seit dem Jahr 2004 ausgenutzt haben, um die millionenschwere Einbrecherbande mit pikanten Informationen zu versorgen: Laut Anklage gab sie die Adressen von wohlhabenden Juristen, Ärzten und Unternehmern aus München und Ingolstadt weiter. Dass sie alle vermögend waren, soll Daniela M. aus den Steuererklärungen erfahren haben, in denen sie auch Tresore abgesetzt hatten. So sollen Njebosa M. (38), mit dem Daniela M. zusammen war, sowie dessen Komplizen Daniel P. (47) und Bogoljub P. (44) bei ihrer Einbruchstour leichtes Spiel gehabt haben. Gemeinsam wird ihnen nun am Landgericht der Prozess gemacht. Die Anklage: schwerer Bandendiebstahl.

Daniela M. wischt sich die Tränen aus dem Gesicht, als der Staatsanwalt über 58 Seiten hinweg die Vorwürfe verliest. Sie wirkt verloren zwischen den drei ruppigen Männern. Schon dieser Anblick lässt vermuten: Sie war wohl für die Pläne zuständig, die anderen setzen sie um – notfalls mit Gewalt. Laut Anklage hebelten die drei Männer seit September 2004 die Terrassen- oder Kellertüren auf und setzten Alarmanlagen außer Gefecht. In den Häusern nahmen sie mutmaßlich alles mit, was wertvoll aussah – oder rissen gleich den Tresor aus der Wand. 2 393 230,07 Euro sollen sie so erbeutet haben. Laut Staatsanwalt teilten sie das Geld auf und lebten davon. Bis ein Passant die Bande Anfang 2013 sah und ihr Auto-Kennzeichen an die Polizei weitergab! Da hatten sie in München schon 136 Mal eingebrochen.

Im Prozess scheiterte ein Rechtsgespräch. Für ein Geständnis wird der Bande also keine geringere Strafe in Aussicht gestellt. Ihnen droht jetzt der Knast!

Andreas Thieme

Um diese Adressen geht's

- Säckingenstraße

- Karolinenstraße

- Am Wiesrai-

- Wachterstraße

- Heimstettner Straße

- Wurzgartenweg

- Oberndorfer Straße

- Am Blütenring (2x)

- Hauschildstraße

- Waterloostraße

- Dalandstraße

- Lindenfelser Straße

- Großfriedrichsburger Straße

- Cincinnatistraße

- Rigaer Straße (2x)

- Himalajastraße

- Hölzlweg

- Gebsattelstraße (2x)

- Kästnerweg

- Lachnerstraße (2x)

- Esterbergstraße

- Diezweg (2x)

- Waldtruderinger Straße

- Samoastraße (2x)

- Harbigstraße

- Ernastraße

- Paul-Ehrlich-Weg

- Untere Länge

- Ziemtauerstraße (2x)

- Schusterstraße (2x)

- Seeriederstraße

- Hellabrunner Weg

- Friedenspromenade (2x)

- Am Hochacker

- Osterwaldstr. (2x)

- Waldschulstraße

- Schwerter Straße

- Ackermannstraße

- Heinrich-Vogel-Str.

- Weltistraße (3x)

- Hofgartenstraße

- Mangfallstraße

- Seestraße

- Fiedlerstraße

- Sonnenblumenstr.

- Kormoranweg (2x)

- Nikolas -Wagner -Str.

- Kreittmayrstraße

- St. Cajetanstraße

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