Gourmet-Ganoven plündern Feinkost-Lager

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Noch unbekannte Täter haben in der Nacht zum Mittwoch palettenweise Lebensmittel aus dem Lager des Feinkosthändlers „Spina“ im Euro-Industriepark gestohlen.

München - Sie waren Feinschmecker: Unbekannte brachen in ein Feinkostgeschäft in Freimann ein, um diverse Leckereien zu erbeuten. Sie rückten mit einem Lastwagen an und nahmen Waren im Wert von mehreren hunderttausend Euro mit.

Beste Weine, feinster Schinken und echte Panini: Wenn sie das italienische Lebensgefühl auf den Tisch bringen wollen, fahren viele Münchner zu „Feinkost Spina“ in den Euro-Industriepark. Das haben sich nun offenbar auch ein paar Ganoven gedacht – und das Lager des Feinkosthändlers geplündert. Dabei gingen sie hochprofessionell vor. Die Diebe erbeuteten in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch Waren im Wert von mehreren hunderttausend Euro.

„Die haben da ganze Paletten mit Lebensmitteln rausgeschafft“, sagte ein Polizeisprecher gestern. Wurst, Fisch, Meeresfrüchte, Käse, Wein und alles, was ihnen sonst noch in die Hände fiel, nahmen die Einbrecher mit. Um diese Mengen zu transportieren, brauchten sie, so glaubt die Polizei, einen Lastwagen oder sogar einen Sattelschlepper.

Fest steht: Die Täter drangen an der Rückseite des Gebäudes in das Lager ein. Dort brachen sie ein Rolltor auf und gelangten so ins Innere des Geschäfts. Möglicherweise hatten sie ihren Lastwagen direkt am Rolltor geparkt, sodass sie die Paletten nur noch hineinschieben mussten. Wie genau die Täter vorgingen, wird derzeit noch von der Polizei ermittelt. Es liegt nahe, dass die Tat keine spontane Idee, sondern womöglich ein seit längerem geplanter Auftrags-Coup war – denn die frische Ware müsste schließlich weiterverkauft werden, bevor sie schlecht wird.

Bis die Polizei mit ihrer Arbeit fertig ist, will sich der Geschäftsinhaber Andrea Salvatore Spina nicht zu dem Einbruch in sein Lager äußern. Auch, ob er durch den Vorfall nun in einen Warenengpass gerät, wollte Spina nicht kommentieren. „Ich möchte die Ermittlungen nicht gefährden“, sagte er auf Anfrage unserer Zeitung. Der Betrieb im „Spina“ ging gestern offenbar ganz normal weiter.

Seit über 30 Jahren importiert die Spina Feinkost GmbH & Co. KG Spezialitäten aus Italien. Die Lebensmittel werden nicht nur in dem Laden an der Maria-Probst-Straße 49 verkauft, sondern auch an Hotels, Gaststätten und andere Feinkosthändler im Umkreis von bis zu 100 Kilometern geliefert. In Dresden gibt es eine weitere Niederlassung der Firma. Seit 1995 befindet sich das „Spina“-Stammhaus auf dem Münchner Gelände am Maria-Probst-Ring, bereits zwei Jahre später vergrößerte die Familie Spina dort die Verkaufsflächen. Mittlerweile werden mehr als 7500 Artikel angeboten, darunter allein 1500 verschiedene Weine

Ann-Kathrin Gerke

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