Polizei warnt vor Pfingstferien

Einbruch-Atlas! Wo die Diebe zuschlagen

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Der Münchner Einbruchs-Atlas: In den roten Vierteln schlugen die Täter seit Oktober am häufigsten zu, gefolgt von den gelb und grün markierten. Die Angaben stammen aus dem täglichen Polizeibericht – doch nicht alle Delikte werden veröffentlicht.

München - Sommer, Sonne – Einbruchsalarm! Im dritten Jahr in Folge sind die Einbruchszahlen in München spürbar gestiegen. Und selbst mit dem Beginn der hellen Frühsommer-Abende reißt die beunruhigende Tendenz nicht mehr ab.

Im Jahr 2013 verzeichnete die Münchner Polizei 1452 Einbrüche (plus 19,6 Prozent) – das entspricht vier Einbrüchen pro Tag. Am schlimmsten war es kurz vor Weihnachten und vor Ostern, auch von Januar bis März dieses Jahres stiegen die Einbrüche um 38 Prozent auf 494 Taten an. Danach sanken zwar die Zahlen auf nun 84 Einbrüche im Mai. Kriminaldirektor Thomas Fichtner kann dennoch keine Entwarnung geben: „Wir stellen uns für das Jahr 2014 erneut auf Rekordzahlen ein. Und auch in den Pfingstferien sollten sich Bürger, die verreisen möchten, dringend gegen Einbrecher wappnen.“ Wie das geht, kann man unter www.polizei.bayern.de nachlesen.

50 Prozent der Einbrüche geschehen in der Zeit von 17 bis 21 Uhr, 42 Prozent der Objekte werden tagsüber heimgesucht und nur acht Prozent aller Einbrüche geschehen nachts. So gut wie nie riskierten

Der Münchner Einbruchs-Atlas: In den roten Vierteln schlugen die Täter seit Oktober am häufigsten zu, gefolgt von den gelb und grün markierten. Die Angaben stammen aus dem täglichen Polizeibericht – doch nicht alle Delikte werden veröffentlicht.

Einbrecher eine Konfrontation mit den Bewohnern: „Das sind fast immer Zufälle, bei denen die Täter sofort fliehen.“ Frei stehende Einfamilienhäuser mögen die Täter lieber als Reihenhäuser, in denen der Nachbar nahe ist. Bevorzugt werden die teuren Viertel wie Nymphenburg, Bogenhausen, Harlaching, Schwabing oder Solln (siehe Karte). Aber auch elegante Stadtwohnungen sind beliebte Ziele. Meistens werden Fenster oder Terrassentüren aufgehebelt. Misslingt dies, werden die Scheiben eingeschlagen oder mit Hebelkraft gesprengt.

Die Banden reisen in der Regel extra zum Einbruch an. An erster Stelle lagen Ungarn, gefolgt von Rumänen, Serben, Bosniern und Kroaten. Auch der Einbruch ist längst keine Männerdomäne mehr. Die Polizei nimmt immer wieder auch mit allen Wassern gewaschene Einbrecherinnen fest.

Wie die Münchner den Einbrechern das Handwerk legen

Der aufmerksame Nachbar ist der natürliche Feind des Einbrechers – das stellt Kriminalhauptkommissar Winfried Kotschenreuther immer wieder mit Vergnügen fest. Dank der schnellen Reaktion eines Anwohners, der sofort (!) den Polizei-Notruf 110 wählte, konnte die Polizei in der Silvesternacht in Unterhaching einen per Haftbefehl gesuchten Profi (60) aus Bosnien schnappen. Ihm wurden 21 Einbrüche mit einer Beute von 67 000 Euro nachgewiesen. Der Nachbar hatte nachts das Klirren von Glas gehört.

In der Altstadt fielen einem Bürger am 29. Oktober zwei fremde Männer auf, die ein im Hausflur stehendes Paket stahlen. Noch während sie den Inhalt (Porzellan und Münzen) in einen nahen An-und Verkaufsgeschäft zu Geld machten, kam die Polizei. Den Ungarn (25 und 26 Jahre) wurden zwei Einbrüche in München und weitere elf in Wien/Österreich nachgewiesen.

Dorita Plange

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