20-Jährige traut sich kaum aus dem Haus

Einbruchsopfer Anna: "Mein Leben ist pure Angst"

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Anna P. war vor Gericht als Zeugin geladen – sie hatte die Einbrecher überrascht.

München - Ein Einbruch hat ihr Leben schlagartig verändert. Anna R. (20) fühlt sich nicht mehr sicher, obwohl sie doch alles für ihre Sicherheit tut.

Ein hoher Zaun schützt ihr Haus in Mammendorf, in dem die Kauffrau mit ihrem Lebensgefährten wohnt. Ein Kampfhund soll jeden Fremden mit fletschenden Zähnen fernhalten. Jede Tür, jedes Fenster ist mit der Alarmanlage verbunden. Den Alarmmelder trägt sie am Schlüsselbund. In ihrer Handtasche steckt griffbereit ein Pfefferspray.

Trotz all dieser Maßnahmen lässt sie die Angst seit der Nacht zum 17. August 2012 nicht mehr los. Damals wohnte sie noch im elterlichen Haus in der Bodenseestraße (Aubing). Adnan K. und Milan V. (beide 27) versprachen sich von dem Einbruch fette Beute. Adnan K. wusste, dass Annas Vater Autohändler ist und vermutete in dessen Haus hohe Geldsummen. Der Busfahrer wusste auch, dass der Geschäftsmann im Urlaub – und Anna beim Feiern war.

Täter legen Geständnis ab

Mit Stemmeisen versuchten die Täter, die Terrassentür aufzuhebeln. Als dies fehlschlug, knackten sie ein Kellerfenster. Milan V. stieg ein. „Adnan wollte nicht mit rein“, sagte der Student Mittwoch beim Prozessauftakt. Über 6000 Euro, Handys und Schmuck erbeuteten die Täter. Als Anna P. mit zwei Bekannten nach Hause kam, türmte Milan V. durchs Kellerfenster.

Reumütig: Adnan K. und Milan V. auf der Anklagebank.

Sie erschrak beim Blick durch die Terrassentür: „Im Garten lag das Fenstergitter.“ Sie wollte die Tür öffnen. „Mir kam die Tür entgegengefallen“, erzählt sie der tz. Sie eilte mit zwei Bekannten, die sie nach Hause gebracht hatten, in den Keller: „Das Arbeitszimmer meines Vaters war durchwühlt.“ Ihr Schmuckkästchen war geplündert. Auch der Schmuck der Mutter fehlte. Wenige Minuten später konnte die Polizei die Einbrecher auf einem Parkplatz fassen. Vor Gericht legten die Täter ein Geständnis ab und entschuldigten sich bei ihr. „Es tut gut, dass ihnen das leid tut“, sagt Anna P. zur tz. Die Angst aber sei geblieben. „Wenn es dunkel ist, gehe ich mich nicht alleine aus dem Haus. Und daheim traue ich mich nicht mehr alleine in den Keller.“ Da nimmt sie immer ihre kanarische Dogge zum Schutz mit: „Wir machen ihm gerade eine Ausbildung zum Wachhund.“

Eberhard Unfried

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