Allein vier Fälle am Wochenende

München von einer Einbruchswelle erfasst

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München wurde von einer Einbruchswelle erfasst

München - Vier Einbrüche mit 60 000 Euro Schaden – das ist die Einbruchsbilanz des vergangenen Wochenendes. Seit Oktober wird nahezu täglich in München eingebrochen. Die Bewohner haben Angst.

Vier Einbrüche mit 60 000 Euro Schaden – das ist die Einbruchsbilanz des vergangenen Wochenendes. Ein schwerer Schock für die Betroffenen, die ihren verlorenen Erinnerungen nachtrauern und noch dazu ein großes Stück ihres Sicherheitsgefühls eingebüßt haben. Die Verunsicherung ist zuweilen so groß, dass Menschen ihre vertraute Wohnung aufgeben, weil sie dort nur noch Angst haben. Seit Oktober wird nahezu täglich in München eingebrochen. Am vergangenen Wochenende schlugen die Einbrecher in Aubing, Bogenhausen und Nymphenburg zu. In zwei Fällen schliefen die Bewohner ahnungslos im Haus.

Leienfelsstraße

Sie hatten das Haus einer Rentnerin (90) im Visier

Vermutlich die gleichen Täter, die in der Wertheimer Straße in Aubing (siehe unten) in das Haus einer schlafenden Frau eingedrungen sind, gingen in der gleichen Nacht ein Haus in der benachbarten Leienfelsstraße an. Dort wohnt eine hochbetagte Rentnerin (90). die am Donnertag um 22 Uhr zu Bett ging und Freitagfrüh um 7.15 Uhr aufstand. Erst da bemerkte sie, dass auch bei ihr nachts die Gitterroste über dem Kellerschacht abgehoben worden waren. Bei ihr war der Einbruch offenbar im Versuchsstadium steckengeblieben. Es ist jedoch nicht bekannt, warum die Täter den Einbruch abbrachen.

Kolbergerstraße

Möbeltresor mit mehreren 10 000 Euro weg!

Eine normale Dachrinne genügte Einbrechern, um am Samstag zwischen 16.30 und 19.15 Uhr auf den Balkon im ersten Stock eines Mehrfamilienhauses in der Kolbergerstraße in Bogenhausen zu steigen. Dort wohnt ein Kaufmann (51), der gerade nicht daheim war. Die Täter brachen mit Gewalt die Balkontür auf. In einem Schrank fanden die Fassadenkletterer einen kleinen Möbeltresor, in dem sich Schmuck im Wert von mehreren zehntausend Euro befand. Die Einbrecher nahmen gleich den ganzen Tresor mit.

Wertheimer Straße

Sie kamen durch den Kellerschacht

Während eine Steuergehilfin (55) ahnungslos im Dachgeschoss schlief, hoben Einbrecher in der Nacht zu Freitag (15.November) die Kellerschacht-Abdeckung eines Hauses in der Wertheimer Straße (Aubing) ab. Durch den Keller gelangten sie so mühelos ins Haus. Um 4 Uhr wurde die Frau plötzlich wach, weil sie seltsame Geräusche im Erdgeschoss und im ersten Stock ihres Hauses hörte. Sie rief sofort die Polizei. Da hatten die Täter schon die wertvolle Schmuck- und Münzsammlung im Wert von mehreren zehntausend Euro gefunden. Sie konnten unerkannt entkommen.

Nederlinger Straße

Hausherren beim Einkauf

Zur klassischen Einkaufszeit am Samstag zwischen 10.50 Uhr und 13 Uhr drangen Einbrecher über die rückwärtige Terrassentür in ein Einfamilienhaus in der Nederlinger Straße (Nymphenburg) ein. Das Haus wurde gezielt nach einfach zu transportierenden Wertgegenständen durchsucht. Die Täter entkamen mit einigen wertvollen Uhren und Schmuck im Wert von mehreren tausend Euro. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Bewohner – ein Selbständiger (44) und seine Frau (43) – bei der Abfahrt am Vormittag beobachtet wurden. Sie entdeckten die Bescherung, als sie um 13 Uhr wieder nach Hause kamen.

Polizei in Alarmbereitschaft

Wie ernst das Problem Wohnungseinbruch in München ist, zeigt diese Zahl: Allein von Januar bis Mitte November diesen Jahres zählte die Polizei gut 1200 Einbrüche in Stadt und Landkreis. Das ist eine Zunahme von mehr als 7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr! Weiteres Problem: Die Einbrecher suchen ihre Objekte unabhängig von Stadtvierteln, Tages-und Jahreszeiten aus. Ende Oktober appellierte deshalb Polizei-Vizepräsident Robert Kopp an die Münchner: „Rufen Sie bei verdächtigen Beobachtungen rund um ihr Wohnhaus sofort die 110 an“. Drei Wochen später eine erste, erfreuliche Bilanz. „Seit dem Aufruf melden sich im Schnitt 35 Zeugen beim Notruf, um ihre Wahrnehmungen mitzuteilen“, freut sich Kopp. „Zwei ungarische Einbrecher konnten beispielsweise kurz nach der Tat festgenommen werden.“

dop/jam

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