Wohnung ausgebrannt - Hilfsaktion in Riem

Eine Silvester-Rakete hat uns ruiniert

+
Familie H. auf ihrem verrußten Balkon – eine Rakete hatte dort den Christbaum in Brand gesetzt

München - Familie H. hat an Silvester die Hölle durchgemacht. Nur wenige Minuten nach Mitternacht standen die Riemer vor den Trümmern ihrer Existenz. Nun gibt es eine Hilfsaktion.

Sie haben an Silvester die Hölle durchgemacht. Um Punkt 12 Uhr tritt Familie H. mit ihren drei Kindern hinaus auf die Lehrer-Wirth-Straße in Riem. Fröhlich stoßen sie mit ihren Kindern an, wollen das Feuerwerk im Himmel bestaunen. Sie selbst böllern nicht. „Die anderen schießen ja schon genug“, sagt der Familienvater.

Und leider schießen sie auch manchmal unbedacht. Denn: Nur wenige Minuten nach Mitternacht steht die Familie vor den Trümmern ihrer Existenz. Eine Feuerwerksrakete landet irrtümlich auf ihrem Balkon im ersten Stock und steckt Christbaum und Kunststoffmöbel in Brand.

Zur Facebook-Seite der tz

„Auf einmal hören wir die Feuerwehr, schauen nach, was los ist, und da sehen wir, dass das unser Balkon lichterloh brennt“, erzählt der Vater (59). Doch es kommt schlimmer: Die Fensterscheiben bersten, schließlich brennt die ganze Wohnung aus. Die Zerstörung ist gewaltig: „Es sah aus, als wäre ein Hitzeschwall durch die Wohnung geschossen. Alles total verrußt und es stank“, sagt Herr H. Wohnzimmer, Küche und Flur sind so stark beschädigt, dass die Wohnung erst nach einer sechswöchigen Sanierung wieder bewohnbar ist. „Eine einzige Silvesterrakete hat uns ruiniert“, sagt Herr H.

Die Familie ist verzweifelt – packt das Nötigste zusammen und schläft die erstmal auf Turnmatten in einem Kindergarten. Ein Freund der Familie hat eine Idee: Die Hausgemeinschaft besitzt eine Gästewohnung, hier kommt die Familie vorerst unter – aber nicht für die gesamte Dauer der Instandsetzung.

In ihrer Not wendet sich der Vater an die benachbarten Riem Arcaden, die auch Wohnungen vermieten. „Ich habe mich überwinden müssen. Keiner ist gern auf fremde Hilfe angewiesen“, sagt H. Bei Manager Wolfgang Kropp stößt er aber auf offene Ohren: Schnell und unbürokratisch organisiert Kropp eine möblierte Ferienwohnung in Markt Schwaben, in der die Familie auf Kosten der Arcaden unterkommt. „Herr Kropp hat uns geholfen, ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Dass es Menschen mit einem sozialen Gewissen gibt, hat uns wieder Mut gemacht.“ Der freundliche Manager habe sogar angeboten, die Fahrtkosten der Kinder zur Schule in Riem zu übernehmen. Jetzt unterstützt Kropp die Familie auch mit einer Hilfsaktion. „Wir stellen in unserer Ladenstraße Fotos und Berichte über das Schicksal von Familie H. aus. Unsere Besucher können spenden. Wir möchten so gerne einen finanziellen Zuschuss beisteuern.“

Und das ist bitter nötig. Denn die Hausratsversicherung der Familie deckt nur 37 000 Euro ab, der tatsächliche Schaden beträgt aber rund 50 000 Euro. Massivholzmöbel, Küche, Computer und Fernseher – alles ist zerstört. „Wir würden uns natürlich freuen, wenn auch unsere Besucher der Familie helfen möchten“, sagt Kropp. Damit das neue Jahr nach schrecklichem Beginn ein gutes Ende findet!

Bettina Stuhlweissenburg

Auch interessant

Kommentare