Ein echter Prinz und acht falsche vor Gericht 

München - Zu einer skurrilen Szene ist es vor dem Münchner Amtsgericht gekommen, als ein Polizist bei einer Gegenüberstellung den Angeklagten ausfindig machen sollte.

Die Szene vor dem Amtsgericht ist filmreif: Polizist Horst E. (25) steht neun Männern gegenüber. Einer soll derjenige sein, der ihn am 10. Januar bei einer Verkehrskontrolle in Haar fast übern Haufen gefahren haben soll. Der Beamte zögert, deutet dann auf einen Schwarzhaarigen ohne Bart: „Ich glaube...“ Voll daneben, der Mann ist nicht der Angeklagte!

Angeklagt ist Prinz und Landgraf Otto von Hessen (45). Er soll jenen VW Touareg gesteuert haben, der auf der Wasserburger Straße in Haar mit 96 Sachen geblitzt wurde. Polizeiobermeister Horst E. wollte den Fahrer anhalten. Dieser fuhr zunächst rechts ran, gab aber dann plötzlich Gas und raste davon.

„Ich musste zur Seite springen“, so der Beamte im Zeugenstand. Der Geländewagen („Eines von 18 Firmenfahrzeugen“) ist auf den Prinzen zugelassen. Für die Justiz war der Chef der vier McDonalds-Filialen in Ingolstadt deshalb auch der Schuldige: Strafbefehl über 3600 Euro wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und neun Monate Führerschein-Entzug!

Als sich der Angeklagte zu erkennen gibt, zögert Zeuge Horst E. keinen Moment: „Der war es definitiv nicht. Der hatte keinen Bart.“ Richterin Ute Bader macht es nach dieser Aussage kurz: Freispruch!

E. Unfried

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