1. tz
  2. München
  3. Stadt

Einigung kostet München gut 84 Millionen

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Die Einigung zwischen den Gewerkschaften und den öffentlichen Arbeitgebern kommt auch in München den rund 36 000 Tarifbeschäftigten zugute.

Seit 1992 hatte es keine nennenswerten Lohnsteigerungen mehr für sie gegeben.

Hochgerechnet machen die Gehaltssteigerungen rund acht Prozent aus. Das heißt: Die Stadt braucht bis Ende kommenden Jahres 84 Millionen Euro mehr, um ihre 20 000 Tarifbeschäftigten zu bezahlen. Da ist die Besoldungserhöhung für die 10 000 städtischen Beamten, die heuer wohl ähnlich ausfallen wird, noch gar nicht dabei.

Woher aber soll die schon mit drei Milliarden Euro verschuldete Stadt das Geld nehmen? Im Moment sieht Stadtkämmerer Ernst Wolowicz den Tarifabschluss im Öffentlichen Dienst noch gelassen: „Für das laufende Jahr ist der Tarifabschluss zu verkraften. Die Steuereinnahmen sind gut.“ Eigentlich wollte die Stadt ja Schulden abbauen, sogar dafür dürften die Einnahmen aus Gewerbe- und Einkommenssteuer heuer reichen. Darüber hinaus ist Wolowicz eher skeptisch: „Was 2009 kommt, weiß kein Mensch.“ Erfahrungsgemäß dauerten aber wirtschaftliche Hochphasen wie die jetzige nicht ewig. Von Gebührenerhöhungen wie in anderen Städten mag Wolowicz nicht reden.

Mit denen rechnen Insider aber bei den städtischen Töchtern wie den Stadtwerken, die zum einen regelmäßig dicke Brocken an den Kämmerer überweisen und selbst mit ihren 6500 Beschäftigten im Öffentlichen Dienst von der Tariferhöhung betroffen sind. Die Fernwärme wurde erst teurer, die Preisbindung für Gas läuft am 1. Juli, die für Strom Ende des Jahres aus. Die Stadtwerke wollten gestern keine Stellungnahme abgeben zum Tarifabschluss, da ihnen die Details noch nicht bekannt seien. Die städtischen Kliniken mit ihren 9000 Beschäftigten, die ebenfalls betroffen sind, rechneten gestern noch.

Angesichts des in den letzten Jahren angestiegenen Personalstands der Stadt fordert der künftige FDP-Stadtrat Michael Mattar das Rathaus auf, die Aufgaben zu überdenken. „Die Stadt braucht zum Beispiel keinen Umweltladen, die Verbraucherzentralen können die Leute auch informieren. Wir brauchen auch keine Pferdezucht oder Bauernhöfe. Die kann man auch verpachten. Das alles muss personalintensiv verwaltet werden.“

Quelle: tz

Auch interessant

Kommentare