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Einkaufsreport: Wo die Kassen klingeln

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Von: Andreas Thieme

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Beliebter ist keine: In die Münchner Fußgängerzone kommen samstags 120 000 Besucher © Kurzendörfer

München - Die Stadt München ist für viele ein Shopping-Paradies. Die tz präsentiert die spannendsten Fakten - und den großen Einkaufsüberblick über die Stadtviertel.

So schick, so nah, so vielfältig. Shopping in München ist für viele ein Traum – das ist das Ergebnis des Handelsatlas München 2013, den die Handelsexperten und Berater von CIMA und BBE am Mittwoch vorgestellt haben. Ihr Fazit: München spielt auch im Einzelhandel in der Champions League – keine andere Stadt bietet so viel. Shopping-Hauptstadt München! Die tz präsentiert die spannendsten Fakten:

Verkaufsfläche: München ist ein Shoppingparadies. Mehr als 8000 Betriebe gibt es in der Stadt – und die bieten eine Verkaufsfläche von rund 1,7 Millionen Quadratmetern. „Die Innenstadt ist das absolute Flaggschiff des örtlichen Einzelhandels“, sagt Angelus Bernreuther, Leiter der BBE-Handelsbetreuung. Ein Viertel aller Einkaufsflächen liegt in der City. Die Mieten in der Kaufingerstraße: 330 Euro pro Quadratmeter.

Umsatz: So viel Platz zum Shoppen – kein Wunder also, dass ordentlich eingekauft wird. „11,5 Milliarden Euro an Umsatz werden in ganz München erwirtschaftet“, sagt Bernreuther. Allein vier Milliarden sind es in der Innenstadt. Der Handel ist ein bedeutender Arbeitgeber und Ausbilder.

Kaufkraft: „Wir haben eine weit überdurchschnittliche Kaufkraft in München und in der Region“, sagt Bernreuther. Der Index liegt bei 123,2 Punkten – bundesweit liegt der Schnitt bei 100 Punkten. Das bedeutet: Münchner haben mehr Geld und geben auch mehr beim Shoppen aus. Zudem ist unser Einzelhandel fast doppelt so produktiv: Geschäfte in München verdienen 6700 Euro pro Quadratmeter Verkaufsfläche jährlich, der Schnitt liegt bei 3600 Euro.

Käufer und Kaufzeiten: Samstags ist die Fußgängerzone proppenvoll. Jeder Zweite kommt aber gar nicht aus der Stadt, sondern aus dem Umland oder ist Tourist. Irre: Rund 120 000 Käufer zählt der Handelsatlas an einem einzigen Samstag zwischen Stachus und Marienplatz, unter der Woche sind es 55 000 – zur Weihnachtszeit kommen 250 000 Käufer täglich!

Angebot: Zwei von drei Geschäften in München sind Filialen. In anderen Großstädten sind es mehr – in Hamburg etwa 85 Prozent in der Mönckebergstraße. Bei uns gibt es in Haidhausen oder im Glockenbachviertel noch viele Traditionsgeschäfte. Hier blühen zum Beispiel Mode und Handwerk.

Fazit: „Andere Großstädte schauen neidisch auf München“, sagt Bernreuther.

Andreas Thieme

Einkaufen in den Vierteln

„München ist als Shoppingstadt einer der gefragtesten Topstandorte in ganz Europa“, sagt CIMA-Projektleiter Sebastian Mahrenholz. „Bewohner finden auch in den Stadtteil- und Quartierzentren ein attraktives Einzelhandelsangebot.“ Zwischen den einzelnen Vierteln gibt es aber große Unterschiede (siehe Tabelle) – besonders bei Angebot und Umsatz. Eh klar: In der Innenstadt sind Supermarkt, Bäcker und Apotheke gleich um die Ecke. 0,93 Quadratmeter Verkaufsfläche pro Einwohner bietet etwa die Altstadt – doppelt so viel wie der Bundesdurchschnitt (0,4 qm). Auch Schwabing und die Ludwigsvorstadt liegen darüber.

Die Sorgenkinder heißen Untergiesing-Harlaching, Allach-Untermenzing und Feldmoching-Hasenbergl – hier müssen Familien oder Senioren oft mit dem Auto zum Einkaufen fahren. „Gerade bei der Versorgung mit Lebensmitteln herrschen Mängel. Die Nahversorgung muss hier verbessert werden“, sagt Mahrenholz. Das gelte besonders mit Blick auf den Einwohnerzuwachs in den nächsten Jahren. „Nachholbedarf gibt es bei Bau- und Möbelmärkten.“

thi

Stadtteilbezogene Einzelhandelsdaten

StadtbezirkUmsatz in EuroBetriebeVerkaufsfläche gesamtVerkaufsfläche pro Einwohner
Altstadt-Lehel3,29 Milliarden1357343 250 qm17,4 qm
Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt881 Millionen718122 870 qm2,5 qm
Schwabing-Freimann866 Millionen460153 670 qm2,3 qm
Ramersdorf-Perlach684 Millionen308101 280 qm1,0 qm
Moosach620 Millionen25487 530 qm1,8 qm
Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln509 Millionen33783 940 qm1,0 qm
Trudering - Riem493 Millionen31587 930 qm1,4 qm
Maxvorstadt490 Millionen66981 100 qm1,6 qm
Pasing-Obermenzing435 Millionen37966 840 qm1,0 qm
Au-Haidhausen431 Millionen52767 590 qm1,2 qm
Neuhausen-Nymphenburg335 Millionen43249 260 qm0,5 qm
Milbertshofen - Am Hart322 Millionen22756 240 qm0,8 qm
Aubing - Lochhausen - Langwied315 Millionen13499 200 qm2,5 qm
Schwabing West283 Millionen39341 140 qm0,6 qm
Laim227 Millionen22548 450 qm0,9 qm
Bogenhausen212 Millionen21928 790 qm0,4 qm
Schwanthalerhöhe212 Millionen15847 100 qm1,6 qm
Obergiesing159 Millionen20622 350 qm0,4 qm
Sendling-Westpark127 Millionen17021 790 qm0,4 qm
Hadern124 Millionen12618 150 qm0,4 qm
Sendling124 Millionen18420 480 qm0,5 qm
Feldmoching-Hasenbergl112 Millionen10719 490 qm0,3 qm
Berg am Laim109 Millionen12016 660 qm0,4 qm
Allach-Untermenzing106 Millionen8122 570 qm0,8 qm
Untergiesing-Harlaching76 Millionen17611 410 qm0,2 qm
Gesamt11 548 Mio82821 719 060 qm1,2 qm

„Sehr gutes Angebot“

Was macht München als Shoppingmeile so attraktiv?

Angelus Bernreuther, Hanselsberater: Ein Erfolgsfaktor ist das abwechslungsreiche Angebot. München bietet internationale Trendmarken wie Abercrombie&Fitch oder Apple, gleichzeitig aber auch traditionelle Geschäfte wie Hutmacher, Schuster oder Devotionalienläden. Beliebt sind zudem die Frischemärkte: der Viktualienmarkt ebenso wie lokale Märkte. Wesentlichen Umsatz bringen auch Touristen.

Wie bewerten Sie das Angebot der Stadt?

Bernreuther: Es gibt ein sehr abgestuftes Versorgungsnetz. Ich denke an die Einkaufsstraßen der Innenstadt, aber auch an die leistungsfähigen Stadtteilzentren wie das OEZ in Moosach, den Rotkreuzplatz in Nymphenburg oder das Quartierszentrum in Laim.

Was macht München anders als andere Metropolen?

Bernreuther: Es gibt mit der Maximilianstraße eine Luxusmeile auf einem Fleck und im Vergleich weniger Shopping-Center. Die, die wir haben, sind aber sehr effizient und mit regionalem Einzugsbereich weit über die Stadtgrenze hinaus: das OEZ, das PEP oder die Pasing Arcaden.

Interview: thi

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