Alle Stadtviertel im Überblick

Einkaufsreport: Wo die Kassen klingeln

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Beliebter ist keine: In die Münchner Fußgängerzone kommen samstags 120 000 Besucher

München - Die Stadt München ist für viele ein Shopping-Paradies. Die tz präsentiert die spannendsten Fakten - und den großen Einkaufsüberblick über die Stadtviertel.

So schick, so nah, so vielfältig. Shopping in München ist für viele ein Traum – das ist das Ergebnis des Handelsatlas München 2013, den die Handelsexperten und Berater von CIMA und BBE am Mittwoch vorgestellt haben. Ihr Fazit: München spielt auch im Einzelhandel in der Champions League – keine andere Stadt bietet so viel. Shopping-Hauptstadt München! Die tz präsentiert die spannendsten Fakten:

Verkaufsfläche: München ist ein Shoppingparadies. Mehr als 8000 Betriebe gibt es in der Stadt – und die bieten eine Verkaufsfläche von rund 1,7 Millionen Quadratmetern. „Die Innenstadt ist das absolute Flaggschiff des örtlichen Einzelhandels“, sagt Angelus Bernreuther, Leiter der BBE-Handelsbetreuung. Ein Viertel aller Einkaufsflächen liegt in der City. Die Mieten in der Kaufingerstraße: 330 Euro pro Quadratmeter.

Umsatz: So viel Platz zum Shoppen – kein Wunder also, dass ordentlich eingekauft wird. „11,5 Milliarden Euro an Umsatz werden in ganz München erwirtschaftet“, sagt Bernreuther. Allein vier Milliarden sind es in der Innenstadt. Der Handel ist ein bedeutender Arbeitgeber und Ausbilder.

Kaufkraft: „Wir haben eine weit überdurchschnittliche Kaufkraft in München und in der Region“, sagt Bernreuther. Der Index liegt bei 123,2 Punkten – bundesweit liegt der Schnitt bei 100 Punkten. Das bedeutet: Münchner haben mehr Geld und geben auch mehr beim Shoppen aus. Zudem ist unser Einzelhandel fast doppelt so produktiv: Geschäfte in München verdienen 6700 Euro pro Quadratmeter Verkaufsfläche jährlich, der Schnitt liegt bei 3600 Euro.

Käufer und Kaufzeiten: Samstags ist die Fußgängerzone proppenvoll. Jeder Zweite kommt aber gar nicht aus der Stadt, sondern aus dem Umland oder ist Tourist. Irre: Rund 120 000 Käufer zählt der Handelsatlas an einem einzigen Samstag zwischen Stachus und Marienplatz, unter der Woche sind es 55 000 – zur Weihnachtszeit kommen 250 000 Käufer täglich!

Angebot: Zwei von drei Geschäften in München sind Filialen. In anderen Großstädten sind es mehr – in Hamburg etwa 85 Prozent in der Mönckebergstraße. Bei uns gibt es in Haidhausen oder im Glockenbachviertel noch viele Traditionsgeschäfte. Hier blühen zum Beispiel Mode und Handwerk.

Fazit: „Andere Großstädte schauen neidisch auf München“, sagt Bernreuther.

Andreas Thieme

Einkaufen in den Vierteln

„München ist als Shoppingstadt einer der gefragtesten Topstandorte in ganz Europa“, sagt CIMA-Projektleiter Sebastian Mahrenholz. „Bewohner finden auch in den Stadtteil- und Quartierzentren ein attraktives Einzelhandelsangebot.“ Zwischen den einzelnen Vierteln gibt es aber große Unterschiede (siehe Tabelle) – besonders bei Angebot und Umsatz. Eh klar: In der Innenstadt sind Supermarkt, Bäcker und Apotheke gleich um die Ecke. 0,93 Quadratmeter Verkaufsfläche pro Einwohner bietet etwa die Altstadt – doppelt so viel wie der Bundesdurchschnitt (0,4 qm). Auch Schwabing und die Ludwigsvorstadt liegen darüber.

Die Sorgenkinder heißen Untergiesing-Harlaching, Allach-Untermenzing und Feldmoching-Hasenbergl – hier müssen Familien oder Senioren oft mit dem Auto zum Einkaufen fahren. „Gerade bei der Versorgung mit Lebensmitteln herrschen Mängel. Die Nahversorgung muss hier verbessert werden“, sagt Mahrenholz. Das gelte besonders mit Blick auf den Einwohnerzuwachs in den nächsten Jahren. „Nachholbedarf gibt es bei Bau- und Möbelmärkten.“

thi

Stadtteilbezogene Einzelhandelsdaten

Stadtbezirk Umsatz in Euro Betriebe Verkaufsfläche gesamt Verkaufsfläche pro Einwohner
Altstadt-Lehel 3,29 Milliarden 1357 343 250 qm 17,4 qm
Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt 881 Millionen 718 122 870 qm 2,5 qm
Schwabing-Freimann 866 Millionen 460 153 670 qm 2,3 qm
Ramersdorf-Perlach 684 Millionen 308 101 280 qm 1,0 qm
Moosach 620 Millionen 254 87 530 qm 1,8 qm
Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln 509 Millionen 337 83 940 qm 1,0 qm
Trudering - Riem 493 Millionen 315 87 930 qm 1,4 qm
Maxvorstadt 490 Millionen 669 81 100 qm 1,6 qm
Pasing-Obermenzing 435 Millionen 379 66 840 qm 1,0 qm
Au-Haidhausen 431 Millionen 527 67 590 qm 1,2 qm
Neuhausen-Nymphenburg 335 Millionen 432 49 260 qm 0,5 qm
Milbertshofen - Am Hart 322 Millionen 227 56 240 qm 0,8 qm
Aubing - Lochhausen - Langwied 315 Millionen 134 99 200 qm 2,5 qm
Schwabing West 283 Millionen 393 41 140 qm 0,6 qm
Laim 227 Millionen 225 48 450 qm 0,9 qm
Bogenhausen 212 Millionen 219 28 790 qm 0,4 qm
Schwanthalerhöhe 212 Millionen 158 47 100 qm 1,6 qm
Obergiesing 159 Millionen 206 22 350 qm 0,4 qm
Sendling-Westpark 127 Millionen 170 21 790 qm 0,4 qm
Hadern 124 Millionen 126 18 150 qm 0,4 qm
Sendling 124 Millionen 184 20 480 qm 0,5 qm
Feldmoching-Hasenbergl 112 Millionen 107 19 490 qm 0,3 qm
Berg am Laim 109 Millionen 120 16 660 qm 0,4 qm
Allach-Untermenzing 106 Millionen 81 22 570 qm 0,8 qm
Untergiesing-Harlaching 76 Millionen 176 11 410 qm 0,2 qm
Gesamt 11 548 Mio 8282 1 719 060 qm 1,2 qm

„Sehr gutes Angebot“

Was macht München als Shoppingmeile so attraktiv?

Angelus Bernreuther, Hanselsberater: Ein Erfolgsfaktor ist das abwechslungsreiche Angebot. München bietet internationale Trendmarken wie Abercrombie&Fitch oder Apple, gleichzeitig aber auch traditionelle Geschäfte wie Hutmacher, Schuster oder Devotionalienläden. Beliebt sind zudem die Frischemärkte: der Viktualienmarkt ebenso wie lokale Märkte. Wesentlichen Umsatz bringen auch Touristen.

Wie bewerten Sie das Angebot der Stadt?

Bernreuther: Es gibt ein sehr abgestuftes Versorgungsnetz. Ich denke an die Einkaufsstraßen der Innenstadt, aber auch an die leistungsfähigen Stadtteilzentren wie das OEZ in Moosach, den Rotkreuzplatz in Nymphenburg oder das Quartierszentrum in Laim.

Was macht München anders als andere Metropolen?

Bernreuther: Es gibt mit der Maximilianstraße eine Luxusmeile auf einem Fleck und im Vergleich weniger Shopping-Center. Die, die wir haben, sind aber sehr effizient und mit regionalem Einzugsbereich weit über die Stadtgrenze hinaus: das OEZ, das PEP oder die Pasing Arcaden.

Interview: thi

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