Einsturzgefahr im Olympiastadion

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Durch und durch marode: Der obere Rand der Haupttribüne muss dringend saniert werden. Sonst droht im historischen Stadion Einsturzgefahr

Dem Olympiastadion steht eine spektakuläre Sanierung bevor: Der Rand der Haupttribüne wird für zehn Millionen Euro erneuert. Sonst, so fürchten Techniker, droht dort bald Einsturzgefahr. Auch die Olympiahalle soll weiter modernisiert werden.

Er ist einer der unscheinbarsten Teile des Stadions – und dürfte den meisten Besuchern kaum auffallen: der sogenannte Randbalken der überdachten Haupttribüne. Und doch ist dieser 1,20 Meter breite Stahlbetonriegel enorm wichtig. Er bildet den obersten Rand der Tribüne, an ihm sind die Ränge darunter befestigt. Und ausgerechnet dieser Riegel, stellten Experten nun fest, ist durch und durch marode.

Bei den Stadtwerken (SWM) und der Olympiapark GmbH ist man sich einig: Hier muss etwas geschehen. Sonst bestehe die Gefahr, dass Teile des Balkens einstürzen – und bis zu vier Tribünenränge mit in die Tiefe reißen, sagt SWM-Experte Rainer Borger. Damit nicht genug: Die Teile könnten auf eine tiefere Ebene – den sogenannten Umgriff, der rund ums Stadion mit Verkaufsständen aufwartet – krachen. Um das zu vermeiden, sind der Randbalken sowie die obersten Reihen der Tribüne schon länger bei Veranstaltungen gesperrt. Zudem werde der Zustand laufend von Beton-Gutachtern überprüft, um Gefahren für Besucher auszuschließen, sagte Borger.

Dennoch: Die Techniker wollen so schnell wie möglich handeln. Heute wird der Stadtrat mit der Sanierung befasst – er muss die benötigten 10,2 Millionen Euro bewilligen. Auch die Stadt drängt zur Eile: Wenn der Auftrag nicht bald vergeben wird, würde im Stadion im Frühjahr womöglich eine Sperrung wegen Einsturzgefahr nötig, heißt es in der Beschlussvorlage.

Im April 2010 soll die spektakuläre Baumaßnahme beginnen. Sie ist wahrlich kein leichtes Unterfangen: Bis zu 65 Tonnen wiegen die Betonteile des Randbalkens. „Dafür wird ein gigantisches Gerüst errichtet, das den Balken von der Umgriffebene aus abstützt“, sagt Borger. Dann werde er komplett in Teile zerschnitten und nach unten auf die Umgriffebene befördert. Hier sei Vorsicht geboten: Das gewaltige Gewicht der Trümmer könnte den Boden durchbrechen. Deshalb werden sie mit einem Schienensystem – fast wie im Bergwerk – aus dem Stadion transportiert. Zugleich wird oben ein neuer Randbalken betoniert.

Bis Ende 2011 soll die Sanierung fertig sein. Das Erstaunliche: Veranstaltungen sollen während der Bauzeit wie geplant im Stadion stattfinden können. Freilich bleiben die obersten Reihen gesperrt.

An der benachbarten Olympiahalle sind Bauarbeiten nichts Neues: Hier wir bereits seit mehr als einem Jahr umgebaut. Im Sommer 2010 sollen die wesentlichen Arbeiten abgeschlossen sein, sagte Olympiapark-Sprecher Arno Hartung. Doch in den kommenden Jahren sind weitere Schritte nötig um das Innere der Halle schöner und zeitgemäßer zu machen. Der Stadtrat soll heute dafür grünes Licht geben. So sollen etwa die Tribünenstühle der Halle neu gepolstert und abgenutzte Böden und Treppengeländer ansehnlicher gemacht werden. Die Olympiapark GmbH wünscht sich außerdem eine weitere Teleskoptribüne. Auch der Beleuchtersteg unterm Dach soll verlängert werden. Die antiquierten Anzeigentafeln, die dort hängen, kommen weg. Statt ihrer soll es sechs Videowände oberhalb der Tribünen geben.

Einen weiteren Meilenstein dürfte der Park 2011 erleben: Dann soll die neue „kleine Olympiahalle“ fertig sein, die zurzeit gebaut wird. Sie soll 4000 Zuschauern Platz bieten. Die Kosten der Bauarbeiten in großer und kleiner Halle dürften sich insgesamt auf rund 100 Millionen Euro summieren.

Johannes Patzig

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