"Wir sind hier, wir sind laut"

Einzelhandel: Der Streik in München

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Streik am Stachus: 1500 Mitarbeiter aus dem Einzelhandel haben demonstriert

München - „Wir sind hier, wir sind laut“: Rund 1500 Männer und Frauen aus dem Einzelhandel haben am Freitag in München für bessere Bezahlung demonstriert – und dabei ihre Parolen lautstark durch die Schwanthalerstraße gerufen.

Unterstützt von ebenso vielen Trillerpfeifen marschierte der Streikzug gegen Mittag auf den Stachus ein.

Die Demonstranten arbeiten für verschiedene Kaufhäuser und Handelsketten – und sie wollten mit dem Streik am Freitag klare Ziele erreichen. Wilhelm Kling von der Gewerkschaft verdi sagt: „Es ist ganz einfach: Wir kämpfen für eine bessere Bezahlung und für eine Absicherung im Alter.“

Ein Mitarbeiter im Einzelhandel verdient derzeit etwa zwischen 1200 und 1500 Euro brutto. Mit den Streiks im bayerischen Einzelhandel will die Gewerkschaft verdi noch einmal auf ihre Forderungen aufmerksam machen: 6,5 Prozent mehr Geld für die etwa 335 000 Angestellten im Einzelhandel in ganz Bayern.

Arbeitgeber-Verhandlungsführer Martin Aigner warf der Gewerkschaft mangelnde Gesprächsbereitschaft vor. Er meinte: „Die sagen, wir wollen nur über Geld reden, alles andere geht so nicht.“ Auch in der dritten Runde sei keine Annäherung in Sicht.

Patricia Kämpf

 

Mit einem Job überleben

Ich kämpfe dafür, dass wir in Zukunft von unserem Einkommen leben können. Und nicht noch einen zweiten Job brauchen – bei mir geht’s grade so mit dem einen. Und ich kämpfe für unsere Zuschläge, etwa für Arbeit am Abend. Die sind gestrichen worden.

Grit Voigtmann (45), Verkäuferin, Nürnberg

Zusätzliche Tage frei nehmen

Bei uns soll vieles gestrichen werden, zum Beispiel das Urlaubsgeld und das Weihnachtsgeld. Wir kämpfen deswegen heute für mehr Gehalt. Manchmal haben wir auch eine Sechs-Tage-Woche – es wäre toll, wenn wir die zusätzlich gearbeiteten ­Tage frei nehmen könnten.­

Manuel Meyer (19), Verkäufer, Ingolstadt

An die Rente denken

Ich streike, damit wir unseren Tarifvertrag wiederbekommen. Mein Arbeitgeber ist ausgestiegen. Wenn sich die Löhne auf Dauer nicht ändern oder sogar immer noch weiter sinken, dann bleibt irgendwann überhaupt nichts mehr zum Leben übrig. Und langsam denke ich auch schon an die Zeit, wenn ich einmal in Rente gehen werde.

Manuela Huber (54) Verkäuferin, München

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