Polizei und Retter sauer über „Uneinsichtige“

Eis-Verbot: Jetzt kann's auch Bußgelder geben!

+
Sonntagnachmittag am Lußsee: Trotz Verbots gehen Leute auf das Eis – sogar mit Kinderwagen. Irre: Am Ufer steht schon der Rettungsdienst für den ersten Noteinsatz bereit

Es waren teils irre Szenen, die sich am Montag und am Sonntag auf den Münchner Seen abspielten.

„Bitte verlassen Sie das tauende Eis. Es besteht Lebensgefahr!“ warnten Polizei und Rettungskräfte per Megafon unter anderem am Riemer und Kleinhesseloher See, am Langwieder – und Lußsee. Aber viele Menschen ließ das einfach kalt. Seelenruhig zogen sie mit ihren Schlittschuhen weiter ihre Bahnen oder spazierten gar mit Kinderwägen über das Eis (siehe Foto). „Wir waren überrascht, wie viele Leute die Anweisungen einfach ignoriert haben“, sagt Jürgen Marek vom Baureferat, das auch für die Sicherheit in den Grünanlagen zuständig ist. Die Folge: Nun soll es für ganz Uneinsichtige Bußgelder geben!

Lesen Sie auch:

Mann am Simssee eingebrochen: Tot!

Eisdrama: Leiche geborgen

Einbruchgefahr! Polizei jagt alle vom See

Der Münchner Eisalarm – durch das wärmere Wetter (auch am Dienstag soll es nochmal um die 5 Grad plus geben) wächst die Gefahr mit jeder Stunde. Derzeit sind aus Sicherheitsgründen alle Seen gesperrt – ohne Ausnahme. „Wir haben in einigen Gewässern schon Stellen gefunden, wo das Eis nur noch zwei Zentimeter dick war“, erklärt Heinz Effenberger von der Wasserwacht. „Da drauf rumzulaufen ist Wahnsinn.“ Auch ein Grund, warum das Baureferat derzeit wie wild patroulliert. „Unsere Grünanlagen-Aufsicht ist beauftragt, eigentlich nur noch die Seen zu beobachten und die Menschen davor zu warnen, aufs Eis zu gehen“, sagt Marek. Dass die Aufsichtspersonen zum Dank oft nur angepöpelt werden, ärgert ihn. „Daher kann es nun auch Bußgelder von 50 Euro geben – für ganz uneinsichtige Personen.“ Das Vergehen: unbefugtes Betreten einer gesperrten Fläche. Marek: „Jeder weiß ja nun durch Zeitungen oder Schilder Bescheid, dass es verboten ist. Da kann sich keiner mehr rausreden. Wir wollen niemandem den Spaß verderben, sondern nur verhindern, dass es bald das erste Opfer gibt.“

Auch bei der Münchner Polizei ist man über die Unvernunft sauer: „Dass Menschen trotz Polizei-Hubschrauber auf dem Eis bleiben, hat uns sehr überrascht“, so ein Sprecher zur tz. Übrigens: Teils waren am Wochenende vier bis sechs Streifenwagen an jedem See unterwegs. „Das kostet Personal.“ Und Geld. Dazu kommt: Die vielen Ehrenamtlichen der Wasserwacht oder der Rettungsdienste opfern ihre Freizeit.

A.Geier

Quelle: tz

Auch interessant

Meistgelesen

Liste: Das sind die 40 reichsten Familien aus München und Umland - darunter 12 Milliardäre
Liste: Das sind die 40 reichsten Familien aus München und Umland - darunter 12 Milliardäre
Streit zwischen Paar (66 und 27 Jahre) eskaliert - Polizisten bringen Baby in Sicherheit
Streit zwischen Paar (66 und 27 Jahre) eskaliert - Polizisten bringen Baby in Sicherheit
Verkehrsinfarkt! Anwohner in beschaulichen Vierteln verzweifelt - die Stadt bekommt nichts mit
Verkehrsinfarkt! Anwohner in beschaulichen Vierteln verzweifelt - die Stadt bekommt nichts mit

Kommentare