Verordnung kommt erst 2009, bis dahin will die Stadt die Augen zudrücken

Eisbach bleibt Surfer-Paradies

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Bis auf Weiteres wird das Surfen im Eisbach nicht untersagt.

München - Eisbachsurfer kennen nur eine Saison: immer! Auch jetzt in der kalten Jahreszeit balancieren mit allen Wassern gewaschene Burschen beharrlich auf ihrer Welle hinterm Haus der Kunst, als gäbe es kein Morgen.

Doch vorerst gibt es das Morgen sehr wohl. Denn: bis auf Weiteres wird das Surfen im Eisbach nicht untersagt.

Vergangenen Sommer sah die Zukunft der Brettlkünstler zeitweise düster aus: Nach drei tödlichen Badeunfällen in nächster Nähe gerieten auch die Wellenreiter wieder ins Visier von Thomas Köster. Er ist innerhalb der Schlösser- und Seenverwaltung für den Englischen Garten verantwortlich. Deshalb forderte er die Stadt zu Gegenmaßnahmen auf. Die CSU-Stadträte Hans Podiuk und Richard Quaas haben jetzt angefragt, ob es schon Pläne gibt.

Bade- und Surfverbotsschilder stehen seit Jahren an den Ufern unterhalb der Brücke, beachtet werden sie kaum. Surfen kann laut geltender Bade- und Bootsverordnung auch gar nicht verboten werden: „Die Satzung stammt aus den siebziger Jahren, da gab’s das noch gar nicht“, so der zuständige Gesundheits- und Umweltreferent Joachim Lorenz (Grüne). „Ein rechtsfreier Raum“, schimpfte Parkchef Köster letztes Jahr. Er fürchtet einen Unfall, für den man ihn persönlich haftbar machen könnte. Bisher ist noch kein Surfer zu größerem Schaden gekommen. „Die sind Profis, die passen aufeinander auf“, so Lorenz. Er ist beeindruckt von den jungen Leuten, die sich so für ihre Leidenschaft einsetzen. „Die wollen ja auch selber die Verantwortung dafür übernehmen.“ Das Problem, das aber auch ihn beschäftigt: Die Haftungsfrage muss in der Neuauflage der Bade- und Bootsverordnung rechtlich wasserdicht geregelt werden.

Die Eisbachsurfer wollen jetzt den Justiziar des Alpenvereins engagieren: Er soll einen Paragraphen stricken, der die Haftung den Sportlern zuschreibt. Vorbild hierfür soll die Verschrift fürs Kajakfahren auf der Loisach sein. Lorenz: „Dann haben weder Stadt noch Staat etwas zu befürchten.“ Die umfangreiche Verordnung, die auch die dann renaturierte Isar betrifft, werde dem Stadtrat aber erst 2009 vorgelegt. „Bis dahin müssen wir noch ein paar Augen zudrücken.“ Köster hofft, dass dann „wirklich was Gescheites rauskommt, das anwendbar ist“.

Das Tourismusamt hat inzwischen alle umstrittenen Eisbach-Abbildungen aus Broschüren und der Webseite entfernt. Schweren Herzens. Denn der Blick auf die perfekte Welle und das Fotomotiv sind immerhin weltberühmt. bw.

Quelle: tz

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