Eisbach-Welle: Endlich legal surfen

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Ein eigenes Surfbrett überreichte Petra Offermanns OB Christian Ude: Wellenreiten will er darauf aber nicht. „Das kommt in den Keller, in mein kleines München-Museum.“

München - Nach 30 Jahre ist das Surfen auf der Eisbachwelle endlich erlaubt. OB Christian Ude hat am Freitag die ersten legalen Surfer begrüßt. Bald soll es sogar noch eine zweite legale Welle geben.

Es ist einer der wenigen Tage, an denen Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) nicht richtig angezogen ist. In dunklem Nadelstreifenanzug und schwarzen Lederschuhen klettert er vorsichtig am Ufer des Eisbachs entlang, und versucht dabei das Gleichgewicht zu halten, um nicht in die Brandung zu fallen. Auch wenn der Abstieg sich etwas mühsam gestaltet, gehört der Termin zu den angenehmeren in seinem Kalender: Denn die Eisbachsurfer feiern das Stadtoberhaupt als Retter ihrer Welle.

„Jetzt kann sich in München endlich ganz legal eine Surfkultur in der Stadtmitte entwickeln“, freut sich Ude und mit ihm die Sportler am Eisbach. Seit Dienstag ist mit der sogenannten Allgemeinverfügung das Wellenreiten im Eisbach erlaubt. Sie gilt so lange, bis die neue Bade- und Bootsverordnung in Kraft tritt, nach der dann das Surfen „auf eigene Gefahr erlaubt ist“, erklärt Umweltreferent Joachim Lorenz (Grüne). Voraussichtlich Ende des Monats wird der Stadtrat darüber entscheiden.

Auf der Welle im Eisbach dürfen jetzt nur Geübte reiten – auf eigenes Risiko.

Möglich geworden ist die Legalisierung des Fluss-Surfens durch einen Grundstückstausch mit dem Freistaat Bayern. Seit sich vor 30 Jahren das Wellenreiten im Eisbach etablierte, gab es immer wieder Diskussionen darüber, wer bei Unfällen haftet. Bis vor wenigen Wochen gehörte das Surfgebiet noch dem Freistaat Bayern. Neue Eigentümerin des rund 80 Meter langen Eisbachabschnitts, in dem die Welle tost, ist jetzt die Kommune. Die Stadt kann die Vorschriften des Wasserrechts anwenden. Heißt: Ab jetzt tragen die Surfer selbst das Risiko beim Wellenreiten.

„Wir in München wollen die Sportler unterstützen“, begründet Ude das städtische Engagement. „Retter der Wellen“, nennt ihn deshalb Petra Offermanns und überreicht ihm ein T-Shirt, auf dem in goldenen Lettern sein neuer Spitzname steht, und ein eigenes Surfbrett.

Vor zweieinhalb Jahren hatte Offermanns die Interessengemeinschaft „Surfen in München“ gegründet, um dafür zu kämpfen, dass das Wellenreiten endlich erlaubt wird. Heute ist sie „überglücklich, dass die Welle erhalten bleibt.“ Dass aber offiziell nur „Geübte“ auf dem Eisbach surfen dürfen, stört sie nicht. „Das war doch schon immer so.“ Die Erfahrenen hätten immer ein Auge auf die anderen gehabt. „Wer sich noch nicht gut auskannte, den haben wir zum Üben zur Floßlände geschickt.“

Leider taugt die Floßlände in Thalkirchen aber seit geraumer Zeit nicht mehr zum Surfen. „Das wird sich bald ändern“, verspricht Umweltreferent Joachim Lorenz. „Wir sind deswegen in Gesprächen mit den Stadtwerken.“ Das Problem: Das Wasser, das die Surfer zum Wellenreiten in der Isar benötigen, würde dann dem Wasserkraftwerk fehlen. Es könnte weniger Strom erzeugt werden. Um dennoch „an mehreren Tagen in der Woche ein paar Stunden lang surfen zu können“, werde jetzt nach einer Lösung gesucht, sagt Lorenz.

Kerstin Lottritz

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