Eishockey-Fans beschmieren Mahnmal

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Die Erinnerung an die Opfer des Olympia-Attentats von 1972 - besudelt von Vandalen. Vera C. (71) kann es nicht fassen: „Die Täter müssen skrupellos sein“.

München - Die Münchner schütteln darüber nur den Kopf und fordern: Auf die Strafbank mit den Burschen! Eishockey-Fans beschmierten das Mahnmal zum Gedenken an die Opfer des Attentats 1972.

Über dem ehrwürdigen Stadion erhebt sich der Olympiaturm in den weiß-blauen Himmel, die Gedenktafel für die Opfer des Attentats von 1972 funkelt in der Herbstsonne. Ein friedliches Mahnmal gegen den Hass. Aber wie düster muss es in den Herzen der Hirnlosen ausschauen, die es jetzt bei Nacht und Nebel geschändet haben? Der „Grenzstein des Lebens“ an der Hanns-Braun-Brücke zwischen Mittlerem Ring und Olympiadorf ist besudelt: Mit den Buchstaben -„EHCM“, sie stehen für Eishockey-Club München.

Die Täter sind nach tz-Informationen bereits am Freitagmorgen gegen 0.30 Uhr gefasst worden. Die Polizei erwischte am nahen U-Bahnhof zwei junge Männer (19 und 20), die als Ultra-Fans des Eishockey-Clubs gelten. An ihren Händen klebten noch die Reste frischer Farbe. Polizeisprecherin Sabine Mandlmeier zur tz: „Wir ermitteln wegen Sachbeschädigung.“

Nicht nur das Mahnmal wurde von den beiden Ultras beschmiert, auch zig Mülltonnen in der Umgebung. Das Werk der Vandalen lässt die Münchner nicht kalt. Passanten laufen kopfschüttelnd vorbei. Vera C. (71): „Es tut mir sehr weh, das Mahnmal so zu sehen. Mit diesem Gefühl bin ich nicht allein: Das ist ein Stich ins Herz aller Münchner.“ Bei dem Attentat während der Olympischen Sommerspiele 1972 waren in München und am Flugplatz Fürstenfeldbruck insgesamt 17 Menschen getötet worden.

bez, jam

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