Anwohnerin überführt herzloses Duo

Eiskalt ausgesetzt! Frau rettet diese Kaninchen

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Fast wäre ihr Schicksal pechschwarz gewesen: Diese Kaninchen wurden im Gebüsch ausgesetzt.

München - Zum Glück gibt es Menschen wie Sigrid Z., die nicht wegschauen, wenn herzlose Menschen Verbotenes tun. So wie zwei Leute, die eine pechschwarze Kaninchen-Mama mit fünf Jungen im Südpark ausgesetzt haben.

Doch Sigrid Z. (48) hat von ihrer Wohnung an der Inninger Straße alles beobachtete. Sie rettete das Leben der Tiere. Und notierte sich das Auto-Kennzeichen jener Leute, die die Kaninchen-Familie ihrem Schicksal überließ. Jetzt droht eine erhebliche Strafe (siehe unten).

Die Kaninchen-Mama mit ihrem Nachwuchs.

„Ich saß am Donnerstag auf der Dachterrasse und genoss die Sonne“, erzählt die Technische Assistentin der tz. Auf der Straße hielt ein silberfarbener VW Golf an. „Zwei Leute sind ausgestiegen. Sie hatten einen Korb dabei mit einer Decke drauf.“ Sie hätten sich in alle Richtungen umgeschaut, dann seien sie ins Gebüsch gegangen. „Die beiden kamen mit dem Korb zurück und fuhren davon.“ Sigrid Z. schaute sofort im Gebüsch nach: „Da saß die Kaninchen-Mutter mit ihren Kleinen im Schnee.“ Die Tierchen seien gar nicht scheu gewesen. „Sie haben sich leicht einfangen lassen.“ Die 48-Jährige setzte die Kaninchen in einen Umzugskarton und verständigte die Tierschutz-Inspektoren des Tierschutzvereins.

Sigrid Z. glaubt, dass die nicht an die Natur gewöhnten Tiere die Nacht nicht überstanden hätten: „Sie wären entweder erfroren oder Opfer von Hunden und Mardern geworden.“

Der Tierschutzverein hat die Kaninchen untersucht und sagt: „Da ihr Gesundheitszustand soweit in Ordnung ist, können sie bald an Tierfreunde vermittelt werden.“ Wer sich für diese oder andere Kleintiere interessiert, kann sich im Tierheim in der Riemer Straße (Besuchszeiten Mittwoch bis Sonntag von 13 bis 16 Uhr) melden.

Die Polizei konnte die Golf- Halter schnell ermitteln. Die Tierschutz-Inspektoren erstatteten Strafanzeige.

Die Strafe

„Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer 1. ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund tötet oder 2. einem Wirbeltier a) aus Rohheit erhebliche Schmerzen oder Leiden oder b) länger anhaltende oder sich wiederholende erhebliche Schmerzen oder Leiden zufügt.“ So lautet der Paragraph 17 des Tierschutzgesetzes. Auch das Aussetzen von Tieren wie im Fall der Kaninchen-Familie kann darunter fallen. Schon bei Unterlassung - zum Beispiel, wenn das Tier kein Futter bekommt - macht sich der Halter schuldig.

Eberhard Unfried

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