Eisprinz muss in den Knast

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Betrüger Thomas Fahlenbach muss für fast fünf Jahre hinter Gitter.

München - Als „Eisprinz von Garmisch-Partenkirchen“ hat sich Thomas Fahlenbach in den 90er-Jahren einen Namen gemacht. Dem SC Riessersee schenkte er Millionen, dem damit der Aufstieg in die Bundesliga gelang.

Das Geld stammte aus einem gigantischen Anlagebetrug. 1998 wurde Fahlenbach deshalb zu sechseinhalb Jahren Knast verurteilt. Kaum aus der Haft entlassen, machte der gewiefte Betrüger weiter wie gewohnt. Am Donnerstag wurde der 43-Jährige erneut verurteilt: vier Jahre und elf Monate Gefängnis! F

ahlenbach gehört zu jenen, die den Leuten mit einem Lächeln im Gesicht das Blaue vom Himmel herunter versprechen können. Sagenhafte 36 Prozent Zinsen versprach er in den 90er-Jahren den Geldanlegern: Über 70 Millionen Mark (ca. 35 Millionen Euro) vertrauten 1171 Betroffene ihm an. Fahlenbach gönnte sich damit ein Leben im Luxus: eine Super-Villa, 21 Nobelautos, eine Jacht an der Cote d’Azur.

Als der Betrug 1997 aufflog, war die Häfte des Geldes auf Nimmerwiedersehen verschwunden. 2003 öffneten sich die Gefängnistore für ihn, die Reststrafe wurde auf Bewährung ausgesetzt. Doch Fahlenbach machte weiter wie gewohnt. Reihenweise vermittelte er über eine Münchner Firma fingierte Versicherungsverträge, um von den Unternehmen Provisionen zu kassieren. Außerdem fand er wieder neue Opfer, die ihm ihr Geld in der Hoffnung auf erhebliche Gewinne anvertrauten.

„Um seinen aufwändigen Lebenswandel weiterhin finanzieren zu können“, so die Anklage, „beging er erneut fortgesetzte Vermögensstraftaten zu Lasten einer Vielzahl Geschädigter und verursachte wiederum Schäden in erheblicher Höhe.“ Gesamtschaden: 847 000 Euro! Im Mai 2007 verurteilte das Landgericht München II ihn erneut zu einer Haftstrafe. Doch die damals angeklagten Betrugstaten waren nur die Spitze des Eisbergs. Vor dem Landgericht München I wurden ihm jetzt weitere 68 Taten zur Last gelegt.

Schlimm: Eines seiner Opfer hat er selbst zu weiteren Betrügereien animiert. Fahlenbach, der von Dr. Wolfgang Kreuzer verteidigt wurde, legte ein volles Geständnis ab. Er ersparte dem Gericht damit eine sehr umfangreiche Beweisaufnahme. Das jetzige Urteil – knapp fünf Jahre – ist Ergebnis eines Deals. Ohne „Schuldeinsicht und Reue“ hätte er ein paar Jahre mehr bekommen.

Eberhard Unfried

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