Welche besonders schlecht abschneiden

Maden auf Brot: Ekel-Alarm in diesen Münchner Bäckereien 

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Lebensmittelkontrolleure haben in bayerischen Großbäckereien Ekelerregendes entdeckt.

Seit 2013 haben in zahlreichen Großbäckereien Lebensmittelkontrollen stattgefunden. Das Ergebnis: Teils erschreckende Hygienemängel. Doch warum wurde die Öffentlichkeit darüber nicht informiert? 

München - Mäusekot, Maden, Schaben, Schimmel – in bayerischen Großbäckereien haben Kontrolleure Ekelerregendes entdeckt. Besonders drei Unternehmen schnitten schlecht ab: Land­bäckerei Ihle, Bäcker Bachmeier, Der Beck. Doch: Die Verbraucher erfahren von den Hygienemängel nichts, wie die Organisation Foodwatch kritisiert.

So kamen die greisligen Details jetzt aber doch ans Licht: Die Verbraucherschutzorganisation hatte über das Verbraucherinformationsgesetz Auskunft zu Kontrollen und Mängeln in acht bayerischen Bäckereien (Bachmeier, Der Beck, Heinz, Hiestand, Höflinger, Hofpfisterei, Ihle und LSG) erwirkt. Demnach ergaben 69 Kontrollen zwischen 2013 und 2016, dass es bei fast allen Betrieben Beanstandungen gab – außer bei der Hofpfisterei und LSG.

Die Ergebnisse liegen bei den Behörden

In einer Plätzchenmischung des niederbayerischen Familienbetriebs Bachmeier beispielsweise findet das Kreiverwaltungsreferat München im Dezember 2016 Nagerkot, Haare und Fraßspuren (Siehe unten). Ob die Verunreinigungen in der Filiale oder im Hauptbetrieb erfolgt sind und ob die Öffentlichkeit darüber informiert wurde, erfährt Foodwatch nicht. „Die Hygiene-, die Lebensmittelkontrollen werden aus Steuergeldern finanziert, der Steuerzahler erfährt aber nicht, was dabei herauskommt. Die Ergebnisse liegen bei den Behörden“, sagt Johannes Heeg von Foodwatch. In der schwäbischen Bäckerei Ihle aus Friedberg bei Augsburg entdeckten Kontrolleure im Oktober 2014 eine Krapfenanlage, in der Schaben und Käfer hausten. Sowohl Bachmeier als auch Ihle haben inzwischen erklärt, dass sie die Mängel umgehend beseitigt hätten.

Hat man etwa aus dem Müller-Skandal nicht gelernt?

Die bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf

Die Schmuddel-Zustände seien aber kein Einzelfall oder ein spezifisch bayerisches Problem, erklärt Heeg. „Bei amtlichen Lebensmittelkontrollen wird in Deutschland Jahr für Jahr etwa jeder vierte Betrieb beanstandet, vor allem aufgrund von Hygienemängeln.“

Aus dem Müller-Brot-Skandal im Jahr 2012 habe man kaum gelernt. „Aktuell informieren die Behörden in Bayern nur, wenn es wirklich akute Gesundheitsgefahr für die Bevölkerung gibt. Die Gesetzeslage aktuell erlaubt es nicht, beispielsweise über Hygienmängel zu informieren“, so Heeg. Versemmeln will Verbraucherschutzministerin Ulrike Scharf (CSU) allerdngs nichts. Sie hat schnell noch vor den neuen Berichten über Schmuddelbetriebe ein neues Sonderkontrollprogramm angekündigt. Aber weiterhin wird es so sein, dass die Menschen wohl ahnungslos Brezn und Brot aus verdreckten Backstuben essen. Denn die Neuregelung sorgt nicht für eine Veröffentlichung der Skandale.

Scharf sagte aber gestern: „Verstöße gegen das Lebensmittelrecht sind nicht hinnehmbar. Die Betriebe haben eine besondere Verantwortung den Verbrauchern gegenüber.“ 

So oft kamen Kontrolleure

Foodwatch zu Hygienemängeln in Großbäckereien

Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat in ihrem Bericht „Bayerisches Brot“ die ekelerregenden Zustände in Großbäckereien erstmals öffentlich gemacht. Grundlage sind die Ergebnisse von 69 amtlichen Lebensmittelkontrollen von 2013 bis 2016. 

Demnach liegen Foodwatch Informationen zu folgenden Produktionsbetrieben und der Anzahl der Kontrollen vor: Bachmeier (2), Der Beck (23), Heinz (3), Hiestand (8), Hofpfisterei (8), Höflinger (0), Ihle (19), LSG (6). 

In München hat das KVR im Jahr 2014 in acht Bachmeier-Filialen 52 Kontrollen durchgeführt, 67 Kontrollen waren es in 13 Ihle-Filialen. Alle Filialen seien laut KVR unauffällig gewesen, einzig die Bäckerei Bachmeier war von einem Ekel-Skandal betroffen.

Ekelfotos vom letzten Advent

In der Bäckerei Bachmeier am Goetheplatz trauten Passanten vergangenen Advent ihren Augen nicht: Am 10. Dezember 2016 entstand das Foto. Es zeigt kleine Mäuse, die seelenruhig am Weihnachtsgebäck knabbern. Das KVR sperrte die Filiale am nächsten Morgen (Montag) zu. Und sofort begann die intensive Grundreinigung und Desinfektion des Ladens. Das KVR betonte damals, dass die Firma Bachmeier, die in München acht Filialen unterhält, bei der Lebensmittel- überwachung noch nie auffällig geworden sei. Bachmeier habe nach dem Vorfall wohl eine hohe dreistellige Geldbuße bekommen.

Mäuse am Weihnachtsgebäck im vergangenen Jahr. 

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