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Jamuna Toni ist tot

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München - Arme Jamuna Toni, sie hat es nicht geschafft. Tierärzte haben am Montagmittag das Hellabrunner Elefantenmädchen eingeschläfert. Wie es dazu kam:

Jamuna Toni litt an einer rätselhaften Gelenkerkrankung. Sie konnte nicht mehr stehen, bekam ernste Kreislaufprobleme, dann kam auch noch eine Lungenentzündung hinzu kam. So beschlossen die Tierärzte und eine Tierschutz-Kommission, das Leiden des Elefantenbabys zu beenden.

Bilder von Jamuna

Wir erinnern uns: Groß war die Freude, als Jamuna Tonis Mama Panang (21) trächtig war. Zwei Jahre dauert es, bis ein indisches Elefantenbaby auf die Welt kommt. Am 21. Dezember wurde Jamuna Toni geboren und brachte stolze 112 Kilo auf die Waage – bei einer Schulterhöhe von 88 Zentimetern. Das letzte Elefantenbaby hatte es 1943 im Tierpark Hellabrunn gegeben. Der kleine afrikanische Elefantenbulle Adi starb aber bei einem Bombenangriff. Heute steht er ausgestopft im Salzburger Haus der Natur.

Auch Jamuna Tonis Schicksal schien unter keinem guten

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Sorge um Jamuna Toni

Stern zu stehen. Ihre Mama stillte sie nicht. Jamuna Toni magerte bis Jahreswechsel auf 105 Kilo ab. Doch die drei Ersatzpapas Simon Obermayer, Thomas Günther und Robert Ostermeier machten das wett. Die Tierpfleger gaben dem Rüssel-Baby Milch und ließen es im Schlamm baden, wachten über seinen Schlaf. Jamuna legte bis Mitte Januar wieder bis auf 112 Kilo zu. Im März gab es Kuschelstunden mit Jamuna Tonis Elefanten-Tante Temi. Da wog die Kleine immerhin schon 150 Kilo! Und sie durfte ins Freie, quicklebendig verzauberte sie als Mini-Jumbo die Tierpark-Besucher.

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Doch Anfang Juni der Schock: Jamuna Toni begann, zu humpeln. „Eine Prellung im vorderen linken Fußwurzelgelenk“, diagnostizierte Tierparkchef Andreas Knieriem. Jamuna Toni bewegte sich kaum noch, kuschelte sich nicht mehr zum Schlafen ins Heu. Schlafttabletten sollte sie wieder fit machen. Doch vergangenen Samstag musste die geplante Taufe abgesagt werden. Jamuna Toni fraß kaum noch, selbst das extra für sie gebaute Schlammbad ließ sie kalt. Am Freitag wurde der kleine kranke Jumbo geröntgt. Die Diagnose: eine Wachtsumsfugen-Verschiebung an den Knochen, eine „Epiphysolyse“. Deren Ursache ist den Tiermedizininern ein Rätsel: Zu wenige Elefanten hatte sie bislang.

Jamuna Toni kam in eine Tierklinik, sie wurde in eine Trageschlinge gelegt, damit die Füße nicht so schmerzen. Immerhin wog sie zuletzt 170 Kilo. Am Wochenende verschlechterte sich ihr Gesundheitszustand dramatisch. Die Symptome weiteten sich auf die Hinterbeine aus, Jamuna Toni musste liegend behandelt werden, das bewirkte massive Kreislaufprobleme. Dann kam noch eine Lungenentzündung hinzu. Schließlich beschlossen die Tierärzte, das Leiden des Tieres zu beenden: „Die Entscheidung, Jamuna Toni einzuschläfern, ist uns wahrlich nicht leicht gefallen“, so Tierpark-Chef Andreas Knieriem. „Sie am Leben zu erhalten, wäre aus Tierschutzgründen nicht vertretbar gewesen.“ Der rasche und unerklärliche Krankheitsverlauf habe alle überrascht. Knieriem: „Der gesamte Tierpark trauert um unseren kleinen ,Mockel,’ der uns in den letzten Monaten sehr ans Herz gewachsen ist.“

Johannes Welte

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