Der Elefanten-Fluch von Hellabrunn

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Die schwer kranke Lola mit ihrer Mama Panang - der Babyfant hat ein Blutgerinnsel im Herzvorhof.

München - Hellabrunn bangt um sein kleines Elefantenmädchen: Die zierliche Lola leidet an einem angeborenen Herzfehler und ist schwer krank - der Tierpark-Liebling schwebt in Lebensgefahr!

Die sonst so fröhliche und verspielte Lola trinkt nur noch Wasser und kaum Muttermilch. Sie wirkt matt und erschöpft. Die Tierpfleger füttern dem knapp drei Monate alten Babyfanten die Milch mit dem Messbecher, damit die kleine Patientin bei Kräften bleibt - Mama Panang (22) muss gemolken werden. Rund um die Uhr sind die Pfleger bei Lola im Elefantenhaus, denn ihr Zustand ist kritisch. „Wir gönnen ihr ganz viel Ruhe im Stall und vermeiden jeglichen Stress für sie. Besucher können Lola deshalb momentan leider nicht sehen“, sagt Pressesprecherin Christiane Reiss.

Bereits an Weihnachten stellten die Tierärzte eine Erkältung bei der quirligen Lola fest. Die Symptome glichen denen einer Lungenentzündung, doch die Behandlung mit Antibiotika half nichts. Lola blieb schwach und trank nicht mehr, was für einen Elefanten sehr ungewöhnlich ist. Nachdem die Experten atypische Herzgeräusche diagnostizierten, wurde Lola am 17. Januar per Ultraschall untersucht. Am Mittwoch führten Spezialisten aus der Tiermedizinischen Fakultät der LMU zusammen mit Ärzten aus dem Klinikum Großhadern weitere Untersuchungen durch. Am Nachmittag dann die traurige Diagnose: Aufgrund eines angeborenen Herzfehlers ist ein Blutgerinnsel in Lolas rechtem Herzvorhof entstanden. Die Experten sprechen von einer lebensgefährlichen Erkrankung, die sehr komplex ist und bei Elefanten bisher nicht behandelt wurde.

Erst 2010 war Elefantenbaby Jamuna Toni an einer rätselhaften Knochenkrankheit gestorben (siehe Text unten). Am 7. Mai 2011 kehrte das Glück ins Elefantenhaus zurück: Ludwig erblickte das Licht der Welt. Am 28. Oktober wurde dann Lola geboren. „Wir haben sie so sehr in unsere Herzen geschlossen“, sagt Zoodirektor Dr. Andreas Knieriem. Umso größer ist jetzt die Angst. Droht Lola das selbe Schicksal wie Jamuna Toni vor zwei Jahren? Bis spät in die Nacht beriet Knieriem mit den Tierärzten, wie weitere Behandlungen und Therapien Lolas Leben retten können. „Wenn eine sicherlich schwierige Operation nach Ansicht der Spezialisten die einzige Hoffnung ist, dann werden wir auch einen chirurgischen Eingriff wagen, um Lolas Leben zu retten.“

C. Lewinsky

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