Geburtstagskind Ludwig soll Spielkameraden bekommen

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Lecker! Ludwig genießt seinen ersten Geburtstag.

München - Am Sonntag war er der Star in Hellabrunn. Elefantenbulle Ludwig feierte seinen ersten Geburtstag. Bald soll er auch neue Spielkameraden bekommen.

Ein Draufgänger ist er, der kleine Elefantenbulle Ludwig. Gern mischt er die ganze Hella­brunner Elefantenherde auf und steckt seinen Rüssel überall hinein. Aber am Sonntag, an seinem ersten Geburtstag, da hat sich der 520-Kilo-Bursche mit den Segelohren von seiner schüchternen Seite gezeigt.

Die Torte aus Früchten, Brot und Heu probiert er erst nach dem zehnten Anlauf. Vor seinem Geburtstagsgeschenk in grellgelbem Geschenkpapier läuft er erschrocken davon — seine Mutter Temi (10) dagegen steckt es gleich beherzt in den Mund.

Die Drei-Tonnen-Dame kaut ein wenig auf dem Päckchen herum und spuckt dann nebst gelbem Geschenkpapier und Erdnüssen ein buntes Tuch wieder aus. Ludwig sieht das Tuch, schnappt es sich, wedelt es über seinem Kopf herum und saust davon, dass der Sand nur so spritzt.

„Wir sind mit ihm sehr zufrieden“, sagt Zoodirektor Andreas Knieriem über das elefantöse Geburtstagskind: „Er hat seit seiner Geburt über 400 Kilo zugenommen und ist ein ganz ein Hübscher, eine Mischung aus Dumbo und Mike Tyson.“

Happy Birthday, Ludwig! Hellabrunner Elefant wird ein Jahr alt

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Nur eines macht Knieriem traurig: dass Ludwig seit dem Tod seiner Halbschwester Lola Ende Januar keinen Spielkameraden mehr hat. „Er hatte sich mit Lola in den Wochen vor ihrem Tod sehr gut angefreundet und vermisst jetzt das gemeinsame Herum­toben.“ Der Zoochef hat trotz zweier toter Elefantenbabys das Ziel, durch Zucht die siebenköpfige Hellabrunner Elefantenherde wieder zu vergrößern.

An Ludwigs gestrigem Geburtstag verkündet er freudig, dass Temi, die Mutter von Ludwig, wieder ihren Eisprung hatte — da Elefantenbulle Gajendra (19) wegen des Umbaus des Elefantenhauses derzeit in Leipzig weilt, komme auch eine küstliche Befruchtung infrage: „Ich bin bald auf einem Kongress des Erhaltungsprogramms für Elefanten in Schweden, vielleicht findet sich dort geeignetes Besamungsmaterial“, sagt Knieriem. Für eine Elefantenkuh sei es wichtig, regelmäßig trächtig zu werden, sonst drohten im Alter gesundheitliche Komplikationen.

Für die Hellabrunner Leitkuh Tina (53) und deren Freundin Steffi (46) sei es zwar zu spät, nicht aber für Temi und die Kuh Mangala (19). Nur die unglückliche Panang (23), deren zwei Töchter Jamuna Toni und Lola 2010 und 2012 starben, soll vorerst kein Kind mehr austragen: „Sie war zwar zuletzt die perfekte Mutter, aber bevor wir nicht wissen, was los war, gehen wir kein Risiko ein“, sagte Knieriem.

Susanne Sasse

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