Ein neues Rüsselheim in Hellabrunn

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Elefantenkuh Temi erwartet bald Nachwuchs – und bekommt ein neues Heim.

München - Der Duft des Elefantendungs, genauer gesagt die ammoniakhaltigen Dämpfe, haben Stahl und Beton im Münchner Elefantenhaus ruiniert. Jetzt hat ein Statiker Alarm geschlagen.

Das Elefantenhaus im Tierpark Hellabrunn ist sanierungsbedürftig. Wie hoch die Kosten genau sein werden, ist noch unklar. Doch Tierparkchef Andreas Knieriem ist vorsichtig optimistisch. „Ich hoffe, dass wie mit einem geringen zweistelligen Millionenbetrag davonkommen.“

Die tz erklärt, was in Hellabrunn alles neu werden soll:

Elefantendung zerstört Hellabrunner Elefantenhaus

Wegen der ammoniakhaltigen Dämpfe, die seit knapp 100 Jahren auf das denkmalgeschützte Haus im Tierpark Hellabrunn einwirken, sind Stahl und Beton porös geworden. Das hat das Sanierungsgutachten der Statiker ergeben

Über den Stützsäulen des Elefantenhauses liegen „zwei gigantische Stahlringe aus 30 bis 40 Stahlstreben“ sagte Christine Strobl (SPD), zweite Bürgermeisterin und Vorsitzende des Aufsichtsrates des Tierparks. „Die Streben könnten natürlich schon noch zehn bis 20 Jahre halten“, sagte Strobl. Doch besser renoviere man jetzt, als ein Risiko einzugehen. „Die Tiere waren eines Morgens mit einer Gipsschicht bedeckt“, mahnte Strobl. Höchste Zeit für ein neues Rüsselheim also ihn Hellabrunn. Strobl will jetzt im Stadtrat für das Millionen-Projekt die nötigen Argumente liefern. Ob die Kuppel komplett abgerissen und neu gestaltet wird, ist noch offen. Im Sommer soll damit begonnen werden die Decken abzutragen. Dann wird sich zeigen, wie schlimm die Schäden sind. „Dann stellt sich heraus, ob es möglich ist, die Decke des Elefantenhauses zu sanieren, oder ob ein Neubau des Daches notwendig ist“, sagte Strobl.

Wer den Auftrag bekommen soll, ist unklar. Da das Elefantenhaus unter Denkmalschutz steht, müssen Umbauten erst genehmigt

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werden. Die Suche nach einem Architekten ist jetzt der nächste Schritt. „Es ist eine wirkliche Gefahr für die Tiere“, sagt Knieriem über den Zustand des Baus. Der Bewehrungsstahl ist unter dem abbröckelnden Beton bereits korrodiert. An den etwa drei Zentimeter dicken Stahlarmierungen sind deutlich Risse zu erkennen. An den äußeren Kuppeln liegen die Stahlstreben bereits frei. Ausweichhäuser sind für März geplant (siehe Plan). Sie sollen 900 000 Euro kosten. „Wir haben bewusst auf Schönheit verzichtet“, so Strobl.

Auch eine neue Giraffenanlage ist bereits geplant. Geschätzte Baukosten: Drei Millionen Euro. Im Herbst soll das Architekturbüro dan pearlman mit dem Bau beginnen. 2013 soll er fertig sein. Die Anlage soll 10 000 Quadratmeter groß werden. Das Motto lautet: Schöner, größer, grüner!

Michael Krause

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