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Elefantenfieber: Jamuna gibt’s jetzt als Tasse

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Souvenirs, Souvenirs: Bei Bernhard Münster im Zooshop gibt es neben zahllosen Elefantenartikeln jetzt auch die „Jamuna“-Tasse. © Haag

München - Ein wahrer Rüsselrausch ist ausgebrochen: Alle wollen „Jamuna Toni“ im Tierpark Hellabrunn sehen.

Und auch die Vermarktung des Dickhäuternachwuchses wird kräftig angekurbelt. Die einzige, die sich nicht für Jamuna interessiert, ist ihre Mutter Panang. Sie habe Depressionen, heißt es aus dem Zoo.

Verrückte Fan-Artikel mit Elefant Jamuna

Großer Andrang herrscht seit dem Heiligen Abend im Tierpark Hellabrunn. Mindestens 10 000 Besucher seien es bis Dienstag gewesen, sagt Doris Schwarzer, Pressesprecherin des Tierparks. Am Montag, einem frühlingshaften Tag, hätten sich sogar lange Schlangen vor dem Elefantenhaus gebildet. Aber auch sonst kämen weit mehr Besucher als normalerweise um diese Jahreszeit, sagt Schwarzer. „Man kann schon von einem kleinen Elefantenfieber sprechen.“

Von 13 bis 14 Uhr ist das Elefantenhaus regelmäßig geschlossen, damit die Belastung für das zehn Tage alte Elefantenmädchen und seine Mutter Panang nicht zu groß wird. Es könne auch davor oder danach zu kurzfristigen Schließungen kommen, sagt Schwarzer: „Das erfahren Besucher aber dann schon an der Kasse.“

Bilder des Elefantenbabys

Traurig ist, dass inzwischen die Pfleger die Ammenrolle für das Elefantenbaby übernehmen mussten. Die 20 Jahre alte Elefantenkuh Panang ist von der Geburt sehr geschafft, die aufgeweckte Jamuna überfordert sie. Als ihr das Säugen weh tat, stieß die 20 Jahre alte Kuh ihr Baby immer wieder mit dem Rüssel weg. „Man kann sagen, dass Panang Depressionen hat“, sagt Schwarzer. „Sie kümmert sich nicht richtig um ihr Junges.“ Panang und Jamua seien im Elefantenhaus zwar weiter in Kontakt, wenn sie das wollten. „Es wird aber ziemlich sicher so sein, dass die Pfleger ihr auch künftig zu trinken geben“, vermutet Schwarzer. Alle zwei Stunden bekommt Jamuna ein Fläschchen mit Milch. „Die Pfleger liebt sie brutal“, berichtet Schwarzer.

Und die Besucher lieben Jamuna, weshalb sich auch Bernhard Münster vom Zooshop im Tierpark auf einen richtigen Rüsselrausch eingestellt hat. Seit fünf Tagen können Besucher das Elefantenbaby jetzt sehen – anschließend kommen sie oft in seinen Laden. „Es ist jetzt noch keine Hysterie ausgebrochen“, sagt Münster. „Aber es gibt eine deutliche Interessensteigerung an Elefantenprodukten.“

Auch vor der Geburt des ersten Dickhäuternachwuchses seit 66 Jahren in Hellabrunn hatte Münster bereits Elefantenartikel im Angebot. „Aber so etwas wie ein Elefantenbaby gibt es nicht alle Tage“, sagt er und lacht. Deshalb gibt es jetzt von diversen Plüschdickhäutern über Handpuppen, Puzzles, Trinkbecher, T-Shirts, Socken bis hin zum Fußabstreifer und Topfuntersetzer alles im Elefantendesign. Und auch ein spezielles Jamuna-Produkt bietet Münster schon feil. „Für 6,50 Euro gibt es eine ,Jamuna-Tasse‘ mit einem Foto und dem Geburtsdatum drauf.“

Wenn es Jungtiere im Zoo gebe, stelle er sich regelmäßig mit seinem Sortiment darauf ein, sagt Münster. „Aber bei einem Elefantenbaby ist das schon anders, als wenn es Orang-Utan-Nachwuchs gibt.“ Und so plant der Zooshop-Betreiber gemeinsam mit dem Tierpark Hellabrunn bereits weitere Jamuna-Produkte. Welche, will er nicht sagen. „Das ist noch geheim, weil die Planungen noch laufen“, sagt Münster.

Das Elefantenkind könnte 2010 auch einige Touristen nach München locken. Beim Tourismusamt spürt man das Dickhäuterfieber allerdings noch nicht. „In punkto Elefant hat sich noch nichts getan“, sagt Sprecherin Gabriele Papke. Und vom „Flocke-Fieber“, das 2008 in Nürnberg ausbrach, als das Eisbärenjunge der Öffentlichkeit präsentiert wurde, ist München noch weit entfernt. Die dortige Tourismuszentrale hatte spezielle Flocke-Pauschalreisen angeboten – mit Übernachtung und Zoo-Eintritt. „Jamuna“-Reisen in die bayerische Landeshauptstadt sind vorerst nicht geplant.

Caroline Wörmann

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