Elefantenkuh Panang: Warum immer ihre armen Kinder?

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In den nächsten Tagen soll die drei Monate alte Lola am Herzen operiert werden: Mama Panang kümmert sich rührend um ihre Kleine - anders als bei Tochter Jamuna Toni vor zwei Jahren.

München - Schon wieder geht es um Leben und Tod im Hellabrunner Elefantenhaus. Zum zweiten Mal bangt der Tierpark um ein Baby von Elefantenkuh Panang (22). Woran liegt das?

Wir sind deprimiert, warum haben wir so viel Pech?“, fragte Zoodirektor Dr. Andreas Knieriem, als er die weltweit erste OP am offenen Herzen von Lola, dem sterbenskranken Elefantenmädchen, ankündigte. Bereits 2010 musste Minifant Jamuna Toni eingeschläfert werden - sie litt an einer unbekannten, schweren Knochenkrankheit. Mama Panang hatte ihr Töchterchen nach der Geburt verstoßen, deshalb zogen es die Tierpfleger mit der Flasche auf. Nach ihrem Tod obduzierte Dr. Thomas Hildebrandt Jamuna Toni am Berliner Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW). „Ihre Krankheit lag unter anderem an der künstlichen Aufzucht, die es in der freien Wildbahn nicht gäbe. Trotzdem konnten wir einen genetisch vererbten Defekt nicht ausschließen.“

Jetzt leidet Panangs zweite Tochter an einem angeborenen Herzfehler. „Es handelt sich nicht um eine genetische Frage. Lola hat das schwache Herz nicht von Mama Panang geerbt“, versichert Knieriem. Experte Hildebrandt bestätigt, dass unterschiedliche Faktoren Schuld sein können. „Wenn das Futtermittel zum Beispiel verpilzt ist, beeinträchtigt das die Entwicklung des Fetus in der Gebärmutter - es muss also kein genetischer Defekt sein.“ Dennoch kann der Experte nicht ausschließen, dass Lolas anatomische Missbildung durch Panang verursacht wurde.

Ob ihre Tochter überlebt, hängt von der OP ab: Human- und Tiermediziner entfernen ein Blutgerinsel und verlegen ein Gefäß. Hildebrandt: „Die OP birgt ein hohes Risiko, weil Lolas Lungenflügel am Brustkorb angewachsen sind und das Grapefruit-große Herz vollständig einbetten.“ Ihre Lunge könnte dadurch stark beschädigt werden. Sollte Lola jemals Nachwuchs bekommen sieht Knieriem dessen Zukunft übrigens positiv: „Es ist nicht zu erwarten, dass sie ihren Kindern den Herzfehler vererben wird.“

C.Lewinsky

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