Vintage-Rocker

Elektrische Eiswürfel: Rival Sons im Backstage

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Scott Holiday in Aktion.

München - Die Vintage-Rocker "Rival Sons" aus Long Beach/Kalifornien liefern in der ausverkauften Backstage Halle eine hitgespickte, souveräne Show mit einer Spur zu viel Routine. Der Stimmung im Publikum tut das keinen Abbruch.

Mit "Great Western Valkyrie" haben die Rival Sons im vergangenen Sommer eines der Jahres-Highlights in Sachen Retro-Rock abgeliefert. Nun präsentierten die kalifornischen Roadwarriors ihr viertes Studioalbum bereits zum zweiten Mal in München. Nach dem kleinen "Strom" in der Lindwurmstraße war dieses Mal die nicht wesentlich größere Backstage Halle an der Friedenheimer Brücke dran. Und wieder klebten die "Ausverkauft"-Zettel an den Türen. Kein Wunder, gehören die Jungs um den singenden Jim Morrison-Verehrer Jay Buchanan und Zwirbelbart-Gitarrero Scott Holiday doch zu den fähigsten Vertretern ihrer Zunft.

Irgendwo zwischen Led Zeppelin, Free und den Black Crowes riffen und grooven sich die Rival Sons durchs Universum. Der Unterschied zu den Heerscharen von neueren Bluesrock-Bands liegt im Gespür der Band für griffige, direkt ins Ohr gehende Hooklines, die sich nicht so schnell abnutzen. Das mächtige "Electric Man" ist der ideale Opener, nach "Good Luck" und "Secret" ist keine Schweißdrüse mehr unterbeschäftigt.

Mit Ansagen hält sich Mr. Buchanan nicht lange auf, er verlässt sich auf seinen variablen Gesang und die teils doch arg ins Gockelige lappenden Tanzeinlagen. Beim weiblichen Teil des Publikums kann er damit sichtlich punkten, die Kerle bewundern eher den sonnenberillten Kollegen Holiday an der Sechssaitigen, Stichwort Eiswürfelpinkler. "Open My Eyes" beendet einen starken, im Vergleich zu früheren Tourneen etwas zu routiniert heruntergespielten Gig. Ob man die Band in München zum letzten Mal in solch überschaubarem Rahmen gesehen hat? Gut möglich. Der nächste Auftritt wird eh unter anderen Bedingungen stattfinden. Im Spätherbst kehren die Rival Sons als Vorband von Deep Purple zurück nach Europa. Am 26. November in der Münchner Olympiahalle.

Ludwig Krammer

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