Seit Donnerstag verschwunden, Eltern in Sorge

18-jährige Tochter vermisst - wurde sie ins Rotlicht verschleppt?

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Von ihr fehlt seit vergangenen Donnerstag jede Spur: Die 18-jährige Amanda kam von der Arbeit nicht nach Hause.

München - Seit fast einer Woche ist ein Münchner Ehepaar in großer Sorge um eine seiner Töchter. Ein mysteriöser Anruf lässt die Familie Schlimmes befürchten.

Immer wieder schauen Adnan Husic (38) und seine Frau Altijana (36) auf ihr Handy. Sie warten auf eine Nachricht oder einen Anruf von ihrer Tochter Amanda. Nichts. Auch die Klingel an der Tür ihrer Wohnung in Kirchdorf (Landkreis Mühldorf) bleibt stumm. Seit knapp einer Woche gibt es kein Lebenszeichen von der 18-Jährigen. Der verzweifelte Vater geht zur Polizei. Doch den Beamten sind die Hände gebunden. Adnan Husic befürchtet: „Meine Amanda ist in den Fängen von Zuhältern!“

Donnerstag, 27. April: Amanda fährt wie jeden Arbeitstag mit dem Bus die 50 Kilometer von Kirchdorf nach München. Dort macht sie eine Ausbildung zur zahnmedizinischen Assistentin. Doch am Abend kehrt sie nicht zurück. Anfangs blieben Adnan Husic und seine Frau ruhig. Der Vater sagt: „Es kam schon vor, dass sie ein oder zwei Tage weg war. Aber da hatten wir immer Kontakt.“

SMS lässt den Eltern keine Ruhe

Am nächsten Tag erreicht die Familie eine SMS - es scheint, Amanda würde sich melden. Ihr Vater liest mit zittriger Stimme vor: „Macht euch keine Sorgen. Ich bleibe ein paar Tage weg.“ Das ist alles. Die Eltern geraten in Panik. „Wir haben sie mit Anrufen und Nachrichten bombardiert“, sagt Adnan Husic. Denn die Eltern vermuten, dass die Nachricht nicht von ihrer Tochter verfasst wurde. „Wir befürchten, Amanda ist verschleppt worden“, sagt der Vater. „Sie hält Kontakt mit Mädchen aus der Rotlicht-Szene.“

In den Tagen darauf bleibt Amandas Handy tot. Nur gelegentlich scheint sie es einzuschalten. Auch auf ihrem Facebook-Profil war Amanda seit ihrem mysteriösen Verschwinden nicht mehr aktiv. Die Eltern hören sich in Amandas Freundeskreis um. Doch hier weiß keiner, was mit der 18-Jährigen passiert ist. Auch Amandas Zwillingsschwester Ajla macht sich große Sorgen. „Und meine Frau ist ein nervliches Wrack“, sagt Adnan Husic.

In großer Sorge: Adnan Husic und seine Frau Altijana suchen ihre Tochter Amanda.

„Freundschaftliches Verhältnis“ zwischen Eltern und Kindern

Streit gab es in der Familie so gut wie nie, meint der Vater. „Wir pflegen einen lockeren Umgang. Unser Verhältnis ist eher freundschaftlich als die typische Eltern-Kind-Beziehung.“

Am vergangenen Samstag, zwei Tage nach Amandas Verschwinden, bekam die Familie einen seltsamen Anruf. Der Besitzer einer Münchner Shisha-Bar erkundigte sich nach Amanda. „Er wollte wissen, wo meine Tochter ist“, erzählt Adnan Husic. „Aber als wir ihm sagten, dass wir es nicht wissen, wurde er komisch, geriet ins Stammeln und sprach von irgendwelchen Geschäftsideen, die ihm meine Tochter vorgeschlagen haben soll.“ Adnan Husic befürchtet, dass der Anrufer weiß, wo seine Tochter ist.

Auch die Polizei weiß bereits Bescheid. Eine Suchaktion gibt es aber noch nicht. Denn dazu fehle den Beamten die rechtliche Grundlage, heißt es auf t z-Nachfrage. Erst wenn es einen konkreten Verdacht gebe, Amanda sei in Gefahr, könne man handeln. Für Familie Husic ist der Verdacht längst zur bitteren Qual geworden: „Wir wollen unsere Amanda zurück!“

Johannes Heininger

Auch diese Vermisstenfälle bewegen uns

Malina: Der Fall der vermissten Studentin Malina hat in ganz Deutschland für Bestürzung gesorgt. Vor allem der bis zuletzt so optimistisch eingestellte Vater der 20-Jährigen rührte die Bevölkerung. Sogar Rudi Cerne berichtete in seiner ZDF-Fahndungsserie Aktenzeichen XY über das Verschwinden der hübschen Studentin. Doch am Ende die traurige Gewissheit: Malina ist tot - vermutlich ertrunken in der Donau bei Regensburg. Drei Wochen nach ihrem Verschwinden am 19. März wurde ihre Leiche von einem Spaziergänger am Flussufer gefunden. Malina war nach einer Party in Regensburg nicht in ihre WG zurückgekehrt. Am Tag darauf wurde ihr Handy gefunden. Kurzzeitig stand ein Verbrechen im Raum.

Lara: Nach viereinhalb Tagen kam die erlösende Nachricht: Lara ist wieder da! Die Gilchingerin wurde seit Dienstag, 25. April vermisst. Freunde und Angehörige befürchteten das Schlimmste. Nach einem Streit mit ihrer Mutter am Vorabend hatte die 16-Jährige die elterliche Wohnung tags darauf um 7 Uhr verlassen. Eigentlich sollte sie zum Unterricht in der Realschule in München-Laim erscheinen - doch dort tauchte sie nicht auf. Am selben Nachmittag meldete sich die Schülerin noch bei ihrer Freundin. In einer SMS schrieb sie, dass es ihr gut gehe und dass sie unterwegs sei. Danach: Funkstille.

Von der 16-Jährigen fehlte tagelang jede Spur. Bis zum vergangenen Samstag: Die Schülerin begab sich in die Obhut eines Münchner Jugendamtes.

joh


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