Bis zum Wiedersehen 2024

Regenbogen-Stadion, Corona-Regeln und Deutschland-Aus: Das war die EM in München - Ein Überblick

Die EM in München ist Geschichte. Was bleibt sind viele kleine Geschichten wie der Regenbogen-Skandal mit der UEFA.
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Die EM in München ist Geschichte. Was bleibt sind viele kleine Geschichten wie der Regenbogen-Skandal mit der UEFA.

Deutschland ist raus, und nun auch München: Die Stadt hat vor und während der EM wichtige Zeichen gesetzt - auch gegen die UEFA. Wie geht‘s weiter?

München - Die EM in München ist Geschichte. Erst hat es die deutsche Nationalmannschaft erwischt. Jetzt fand auch das letzte EM-Spiel* in der Münchner Fußball-Arena in Fröttmaning statt. Italien hat sich gegen Belgien durchgesetzt und steht im Halbfinale. Aber was bleibt von dem Fußballfest und wie geht es weiter?

Aus schon vor der EM? Erst zehn Tage vor dem Start das OK von Söder

Eine Weile sah es sogar danach aus, als werde München* ebenso wie Dublin und Bilbao aus dem Kreis der EM-Städte verstoßen: Die bayerische Metropole wollte angesichts von Corona keine Garantie dafür geben, ob und wie viele Zuschauer sie in die Arena lassen würde. Konnte sie aber auch nicht angesichts der Vorschriften der Bayerischen Staatsregierung. Erst zehn Tage vor dem ersten Spiel in München verkündete Ministerpräsident Markus Söder (CSU): Die Inzidenz ist runter, 14.000 Besucher dürfen rein.

Als das erste Spiel dann gerade angepfiffen werden sollte, entging die EM nur knapp einer Katastrophe. Ein Aktivist der Umweltschutzorganisation Greenpeace* wollte von seinem motorisierten Gleitschirm aus angeblich einen Protestball in die Arena werfen, stattdessen verlor er die Kontrolle über sein Fluggerät und musste, nachdem er ein Stahlsein touchiert hatte, auf dem Rasen notlanden. Zwei Männer wurden verletzt. Der Pilot selbst wäre fast von Scharfschützen abgeschossen worden.

Corona-Regeln werden bei der EM nicht immer eingehalten

Auch die Zuschauer selbst verursachten Ärger, weil sie die Maskenpflicht und die Abstandsgebote weitestgehend ignorierten. Der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) drohte daher zwischenzeitlich: „Wenn der Modellversuch schiefläuft, dann sehe ich ehrlich gesagt schwarz, dass der Profifußball in Zukunft vor vielen Zuschauern spielen kann.“ Söder hatte die vier Spiele der EM als „Sondersituation“ bezeichnet sowie als „Pilot- und Probelauf sein für weiteren Profisport“.

Die EM scheint zunächst keinen großen Einfluss auf die Infektionszahlen gehabt zu haben. Am ersten Spieltag in München lag die Inzidenz bei 15,3, am Freitag bei 10,8. Doch noch sind sie in Bayern vorsichtig. Während das erste Spiel der neuen Bundesligasaison (13.8.) zwischen Borussia Mönchengladbach und dem FC Bayern vor 18.000 Zuschauern stattfinden soll, dürfen zu einem Testspiel zwischen den deutschen Rekordmeister und Ajax Amsterdam drei Wochen vorher (27.7.) nur 1500 Fans in die Arena.

München gegen die UEFA: Die Causa Regenbogen sorgt für Wirbel

Nichts jedoch sorgte für mehr Aufmerksamkeit als das Vorhaben der Münchner, die Arena ausgerechnet zum Spiel zwischen der DFB-Auswahl und Ungarn am 23. Juni in den Regenbogenfarben erstrahlen zu lassen. Die UEFA lehnte dies ab und fing sich dafür europaweit verbale Watschn ein: „Beschämend“ sei das Verbot, sagte Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter und warf zudem dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) in Person von Interimspräsident und UEFA-Exko-Mitglied Rainer Koch vor, die Meinung der UEFA nicht beeinflusst zu haben.

Bei der EM-Endrunde 2024 in Deutschland wäre Reiter noch im Amt. Diskussionen mit der UEFA sieht er kampfeslustig entgegen. „Mal schauen“, sagte er lächelnd, „mit wem ich mich dann zu unterhalten habe.“ UEFA-Präsident Alexander Ceferin ist nur bis 2023 gewählt. (tel/sid) *tz.de/muenchen ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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