Rathaus segnet EM-Bewerbung ab

München feilt am neuen Sommermärchen

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So schwarz-rot-geil soll auch die Euro 2020 werden!

München - Die Landshauptstadt träumt vom nächsten Sommermärchen: Am Mittwoch segnet der Stadtrat die Bewerbung für die Fußball-EM 2020 ab.

Sommer, Sonne, Fußball – war das eine Wahnsinns-WM da­hoam: Fahnen und Fangesänge in der Fußgängerzone. Deutschland fegt zur Eröffnung in der Allianz Arena Costa Rica weg und im Achtelfinale Schweden. Alle feiern friedlich in der Stadt. So schön wie 2006 soll es wieder werden: München träumt vom nächsten Sommermärchen!

Am Mittwoch segnet der Stadtrat die Bewerbung für die Fußball-EM 2020 ab. Zum 60. Jubiläum des Wettbewerbs touren 24 Nationalmannschaften durch 13 Städte in 13 Ländern. UEFA-Präsident Michel Platini schwärmt: „Es wird eine Euro der Einheit und mit einer Sprache: Fußball.“ Für Deutschland soll München sprechen, doch es gibt einen Gegner. Auch Berlin will die Euro 2020!

Die städtischen Organisatoren müssen sich beeilen: Nach dem Votum des Stadtrats bleibt noch eine Woche, um die Bewerbungsunterlagen beim DFB einzureichen. Ende August entscheidet der nationale Fußballverband über den deutschen Kandidaten. Im September 2014 siebt die UEFA die 13 Spielstätten aus den erwarteten 25 Bewerbungen aus.

Weil Deutschland sicher mit dabei sein dürfte, wird das nationale Finale das schwerere! Die Hauptstadt mag das größere Stadion haben – einen richtigen Flughafen hat sie nicht und im Fußball schaffte sie mit Hertha BSC in der zweiten Bundesliga einen tollen ersten Platz. Glückwunsch! Von München aus regiert der FC Bayern die Champions League und die Fußball-Welt.

Dem Sieger winken drei oder vier EM-Spiele. Beide Städte bewerben sich um beide Turnier-Pakete der UEFA: Im einfachen Paket stecken drei Gruppenspiele und ein Viertel- oder Achtelfinale. Im Final-Paket werden beide Halbfinale und das Endspiel an ein Stadion vergeben. Olé!

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Wer was wie bekommt, hängt wie so oft im Sport von der athletischen Weltpolitik ab: Wenn die Türkei diesen September nicht die Olympischen Sommerspiele 2020 bekommt, dürften ihr stattdessen die Endspiele der Fußball-Euro 2020 sicher sein. Der DFB könnte dann freiwillig verzichten, sagte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach im SZ-Interview, um im Jahr 2024 die komplette Europameisterschaft zu bekommen. Das wäre das doppelte Sommermärchen!

Jetzt muss das erste wahr werden: Im Februar haben Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU), OB Christian Ude (SPD) und FC-Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge den Anpfiff gegeben. In der Zwischenzeit hat sich die Stadt das Pflichtenheft der UEFA vorgenommen, das auf 198 Seiten alles vorschreibt – Mülltrennung im Stadion (70% Recycling), Ausstattung der Doping-Kontrollräume (10 Liter stilles Wasser, je 12 Dosen Softdrinks und alkoholfreies Bier), Fan-Fest (2006 kamen eine Million Menschen in den Olympiapark), Markenschutz für Sponsoren, Aufhebung des Nachtflugverbots und kostenloser Nahverkehr für Schlachtenbummler.

Nach tz-Informationen schätzt die Stadt die Kosten auf sieben bis acht Millionen Euro. Zum Vergleich: Das Champions-League-Finale dahoam kostete 1,3 Millionen und brachte rund 45 Millionen Umsatz. 2006 kamen acht Millionen Tagesgäste während der sechs WM-Spiele – zum schönsten Sommer, den die Stadt seither gesehen hat. Die nächste Fußball-Party kann kommen!

David Costanzo

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